Mikrobrauer macht englisches Bier
Cheers, Mr. Hilder

Lienen -

Was in England läuft, müsste doch auch in Deutschland gehen. Glaubt Robin Hilder. Der gebürtige Brite handelt und gründet Lienens erste Mikrobrauerei. Produziert wird die Marke Britannia Beers ipa (imperial pale ale). Es ist ein obergäriges englisches Bier mit 4,8 Prozent Alkoholgehalt.

Samstag, 13.07.2013, 09:07 Uhr

In der Farbe dunkel und im Geschmack dem Kölsch ähnelnd. „Fruchtig-herb“, charakterisiert der 48-Jährige sein Getränk mit schöner Krone.

Der Chemiker fängt klein an, betreibt sein Hobby nebenbei. In einem kleinen, ehemaligen Kunststoff-Labor. Der Lienener ist selbstständig und weltweit als Berater für Kunststoffbearbeitung und -recycling tätig.

Vor drei Jahren hat Robin Hilder im Keller seines Wohnhauses mit einem Nachbarn Bier gebraut. Das Hobby lässt ihn seitdem nicht mehr los.

Kessel, Sudpfanne, Pumpe und keine Gärtanks sind schnell angeschafft. Als Chemiker hat der Engländer das nötige Wissen. Zoll und Lebensmittelüberwachung geben nach Überprüfung der kleinen Anlage „grünes Licht.“ Nach dem deutschen Reinheitsgebot wird das Bier gebraut. Zutaten sind Hopfen, Wasser, Gerstenmalz und Hefe. Natürlich wird auch die Biersteuer von fünf Cent pro Liter treu und brav an den deutschen Fiskus abgeführt.

„Englisches Bierbrauen ist wie Tee kochen“, schmunzelt Robin Hilders mit typischen Humor von der Insel. Im Gegensatz zu Deutschland wird erst das Wasser erhitzt. Danach folgt das Einrühren des Gerstenschrots. Auf 350 Liter Bier bringt es der Lienener pro Tag. Aber: „Wir wollen es langsam angehen.“ Und: „Einen Tag brauen bedeutet drei Tage sauber machen.“ Abgefüllt wird der frische Gerstensaft in 30-Liter-Fässern. Möglicherweise folgen irgendwann auch Flaschen.

„Ich mache Craft Beer , handwerklich gebrautes Bier“, erzählt der Mikrobrauer mit britischem Akzent. Im „Red Lion“, einer englischen Kneipe im benachbarten Bad Iburg, ist sein Bier im Ausschank. Ansonsten hofft er auf weitere Kunden, gastronomische Betriebe und Privatleute. Nach und nach baut sich der Lienener ein kleines Lager mit Fässern auf.

Seine Frau Ute, eine geborene Pohlmann aus Lienen , hat Hilders vor 25 Jahren in London kennengelernt. Nach der Heirat arbeitete er in Sheffield. 2004 ist das Paar nach Lienen gezogen.

In der ehemaligen Halle von Peterle Wolle (Industriestraße 11a) ist die Minibrauerei neben anderen Firmen ansässig. Dabei ist Robin Hilder etwas aufgefallen: „Im Gewerbegebiet Lienen gibt es keine Flächen und Gebäude für kleine Start-up-Unternehmen.“ Da scheint ihm Handlungsbedarf gegeben.

So ganz ohne Kenntnisse hat Hilder nicht begonnen: „Früher hat mein Vater mit mir Bier gebraut.“

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