Klaus Mindrup schafft Sprung in den Bundestag
„Der Zusammenhalt ist wichtig“

Lienen -

Sonderzug nach Pankow: Klaus Mindrup (49) gehört dem neuen Bundestag an. Der 49-Jährige hat in Berlin-Pankow für die SPD kandidiert und ist an über die Reserveliste das Abgeordneten-Mandat gekommen. Mindrup stammt gebürtig aus Lienen. Den Politiker interviewte unser Redakteur Wilhelm Schmitte.

Montag, 04.11.2013, 13:11 Uhr

Welche Erinnerungen haben Sie an Lienen und Lengerich?

Klaus Mindrup : Ich bin noch regelmäßig dort zu Besuch, da meine Geschwister und ein großer Teil meiner Verwandtschaft noch in Lienen wohnen. Daher wird meine Erinnerung regelmäßig aufgefrischt. Die Landschaft in Lienen ist natürlich von besonderer Schönheit mit dem Höhenzug des Teutoburger Waldes, Holperdorp und dem beginnenden Münsterland mit den vielen Wiesen und Wallhecken. Immer wenn ich zu Besuch bei meinen Verwandten bin, ziehe ich mir die Turnschuhe an, um ein bis zwei Stunden durch den Wald zu laufen. Gerne setze ich mich auch aufs Rad für ausgedehnte Touren. Ein besonderes Ziel ist im Sommer natürlich auch der Biergarten der Waldgaststätte Malepartus.

Was hat Sie in Ihrer Jugend besonders geprägt?

Klaus Mindrup: Für mich war der Zusammenhalt in der Familie und in der Nachbarschaft besonders wichtig. Man ist für einander eingestanden, wenn es notwendig war. Das ist etwas ganz Besonderes, das ich bis heute zu schätzen weiß.

Wie haben Sie persönlich den Wechsel vom Land in die Stadt empfunden?

Klaus Mindrup: Ich habe mich langsam gesteigert. Studiert habe ich in Osnabrück und dann auch dort gewohnt. Bevor ich nach Berlin gezogen bin, habe ich unter anderem in Potsdam gewohnt. Das heißt: Ich habe mich der großen Stadt langsam genähert. Seit 1995 wohne ich jetzt in Berlin und fühle mich dort sehr wohl. Ich bewege mich hier vor allem in meinem Kiez um die Oderberger Straße. Es gibt somit auch ein paar „dörfliche“ Züge, die ich mir erhalten habe, von einem festen Freundeskreis bis zur Stammkneipe auf der anderen Straßenseite, wo man – bis auf die üblich gewordenen Touristen – seine Nachbarn trifft.

Pankow ist ein besonderer Bezirk. Was prägt den Stadtteil?

Klaus Mindrup: Pankow ist ein extrem spannender Bezirk, der nördlich vom Alexanderplatz beginnt und bis über den Berliner Autobahnring nach Buch reicht. Mit Blankenfelde gibt es auch ein Dorf, das zu unserem Bezirk gehört, natürlich auch mit Reiterhöfen wie in Lienen. Pankow ist mit über 370 000 Menschen der Bezirk mit den meisten Einwohnern in Berlin und wächst weiter. Wir rechnen damit, dass wir in zehn Jahren über 400 000 Menschen sein werden. Das Zusammenleben der Menschen, die hier schon lange leben und die wie ich zugezogen sind – übrigens nicht nur aus Deutschland sondern aus vielen Ländern der Welt, ist gut. Wir sind weltoffen und tolerant. Die meisten Menschen wohnen hier in Mietwohnungen, das heißt die Entwicklung der Mieten und der Einkommen ist hier ein großes soziales Thema. Wir sind auch wirtschaftlich ein spannender Bezirk, es gibt viele Existenzgründungen bei uns und sehr viele spannende Genossenschaftsprojekte, also eine alte, traditionelle, demokratische und nachhaltige Wirtschaftsform, die hier eine neue Blüte erfährt.

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