Windhosen knicken Hunderte Bäume wie Streichhölzer
Die Sägen kreischen um die Wette

Lienen/Lengerich -

Kein Strom, kein Telefon Hunderte von entwurzelten Bäumen, überflutete Straßen. Dafür haben in der Nacht zum Freitag zwei Windhosen in den Lienener Bauerschaften Höste und Holperdorp sowie dem Lengericher Stadtteil Hohne gesorgt. Es ist beträchtlicher Sachschaden entstanden. Menschen wurden nicht verletzt.

Freitag, 14.08.2015, 11:08 Uhr

Ulrich Grotholtmann setzt die Säge an. Wenn er Helm und Schutzkleidung angelegt hat, muss der Gartenschaftsgärtner diesen Stamm mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern zerkleinern. Die Eiche hat den Giebel des ehemaligen Schweinestalls auf dem Hof in Höste zerstört.
Ulrich Grotholtmann setzt die Säge an. Wenn er Helm und Schutzkleidung angelegt hat, muss der Gartenschaftsgärtner diesen Stamm mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern zerkleinern. Die Eiche hat den Giebel des ehemaligen Schweinestalls auf dem Hof in Höste zerstört. Foto: Wilhelm Schmitte

Am schlimmsten hat es Ulrich Grotholtmann am Höster Damm in Lienen erwischt. Dort ist ein 30 Meter lange und über 100 Jahre alte Eiche auf den Giebel es einstigen Schweinestalls gekracht. Dabei ist ein weiterer Baum mitgerissen worden. Auf das Dach einer ehemaligen Garage liegen zwei weitere Kronen.

„Um 3.25 Uhr bin ich wach geworden. Wir haben einen tierischen Wind gehabt. Dann ging alles ziemlich schnell.“ Als der 57-Jährige Motorsägen kreischen hört, steht er auf und sieht die Bescherung. Strom ist am Morgen nicht da. Den Kaffeekocher versorgt ein Notstromaggregat mit elektrischer Energie. „Ich habe alle Termine abgesagt“, erzählt der Landschaftsgärtner, der auf dem Hof sein Unternehmen „Tipp Top Garten“ betreibt. Die Kunden haben Verständnis. Die Höhe des Schadens mag Grotholtmann nicht beziffern.

Windhosen knicken Bäume wie Streichhölzer

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  • Den Giebel hat diese Eiche zerstört

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Die Baumkrone verdeckt die Schäden

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Auf das Dach einer ehemaligen Garage stürzen zwei Bäume

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Nahe der Herzfelder Deele versperrt ein Baum die Fahrbahn

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Am Höster Damm liegen zersägte Stämme

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Telefonleitungen sind zerrissen

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Der Höster Damm ist gesperrt

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Hier ist kein Durchkommen

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Unterhalb von Malepartus sind Buchen wie Streichhölzer umgeknickt worden

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • Neben der Holperdorper Straße ist eine Buche entwurzelt

    Foto: Wilhelm Schmitte
  • So sah es nach dem Gewittersturm aus Foto: Michael Baar
  • So sah es nach dem Gewittersturm aus Foto: Michael Baar
  • So sah es nach dem Gewittersturm aus Foto: Michael Baar

„Für uns ist das Ganze plötzlich und unerwartet gekommen“, berichtet Ralph Meier . Lienens Wehrführer hat am Vorabend keine Unwetterwarnung auf dem Schirm gehabt. Um 2.18 Uhr gehen die ersten Notrufe ein. 55 Einsatzkräfte der Löschzüge Lienen und Kattenvenne müssen sägen, was das Zeug hält. Im Bereich Höster Damm, Warendorfer Weg, Zum Herzfeld und Waldweg sowie in Holperdorp nahe der Jausenstation Malepartus versperren Stämme die Straße und liegen Äste auf der Straße. Telefonleistungen sind zerrissen. Gut sieben Stunden haben die Wehrleute zu tun.

Im Dauereinsatz sind auch die Mitarbeiter des Lienener Bauhofs. Sie kommen gegen die Arbeit kaum an. „Für die großen Sachen haben wir eine Fachfirma engagiert“, ergänzt Günter Glose. Dabei verhehlt der Allgemeine Vertreter des Lienener Bürgermeisters nicht, dass das natürlich kostet.

Im Liener Berg sind mehrere Hektar Fichten und Buchen dem knapp 15-minütigen Sturm zum Opfer gefallen.

Um 2.27 Uhr war die Nachtruhe für die Kameraden der Lengerich Feuerwehr beendet. Insgesamt 32 Kameraden mussten zur Beseitigung von Sturmschäden, vornehmlich im Bereich Niedermark, ausrücken.

„Insbesondere der Bereich Steinige Haar und Brombeerweg war betroffen“, berichtet Hartwig Hübner . In einem Bereich habe es so ausgesehen, als sei eine Windhose durch ein kleines Wäldchen gestürmt, ergänzt der Leiter der Feuerwache. „Personen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen.“

Bis gegen 10 Uhr waren die Einsatzkräfte der Wehr damit beschäftigt, auf Straßen gestürzte Bäume zu zerschneiden und die Wege frei zu räumen. An der Sudenfelder Straße ist ein Baum auf ein Wohngebäude gefallen. In der Bauerschaft Schollbruch wurde eine Oberleitung so beschädigt, dass die Versorgung mit elektrischem Strom unterbrochen war. Drei oder vier Bauernhöfe, so Hartwig Hübner, seien davon betroffen gewesen.

Der von dem Sturm mitgebrachte starke Regen führte nur zu einem Einsatz der Wehr, die einen vollgelaufenen Keller auspumpen musste.

in Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Bahnstrecke Münster-Osnabrück. Dort hatte der Sturm in der Nähe der Brücke des Hohner Damms die Oberleitung auf einer Seite beschädigt. Der Zugverkehr musste vorübergehend über ein Gleis geführt werden.

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