Stellungnahme der Verwaltung zum Steinbruch in Höste
„Keine weiteren Genehmigungen“

Lienen/Lengerich -

In ihrem Entwurf für die Stellungnahme zum Thema Kalkabbau im Teuto an die Bezirksregierung (WN vom 23. Februar) geht die Lienener Verwaltung auch auf das Unternehmen Dyckerhoff ein und auf das Gutachten, wonach „eine Verbundproduktion des Tiefbohrzements mit Grauzement am Standort Lengerich aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich ist und es hierfür keine Alternativen gibt“.

Freitag, 24.02.2017, 16:02 Uhr

In Höste betreibt Dyckerhoff einen Steinbruch.
In Höste betreibt Dyckerhoff einen Steinbruch. Foto: ws

Aufgrund dieser Feststellung befürchtet die Gemeinde, „dass nach Ablauf der genehmigten Abgrabung und einer eventuellen Tieferlegung im genehmigten Bereich eine Erweiterung der Abgrabung in das festgesetzte FFH-Gebiet zugelassen wird, da der Zeitrahmen für den genehmigten Abbau des Kalksteins für die Herstellung des Tiefbohrzements erheblich über den genehmigten Rahmen für das für die Herstellung von Grauzement benötigte Kalkmaterial hinausgeht.“

Deshalb fordert die Gemeinde, „die heute im Landschaftsplan lll Lienen , angrenzend an die aktuellen Abgrabungen Höste und Hohne festgesetzten besonderen Landschaftsschutzgebiete als Naturschutzgebiete entsprechend den Darstellungen im Regionalplan festzusetzen“. In diese Aufhebung sollte auch das besondere Landschaftsschutzgebiet südlich des Abgrabungsbereichs Holperdorp einbezogen werden. Mit dieser Festlegung würde dann dokumentiert und nach den derzeit geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen auch sichergestellt, „dass der gesamte Bereich des FFH-Gebietes, mit Ausnahme der genehmigten Abgrabungsbereiche, als Naturschutzgebiet festgesetzt ist und damit die Hürde für zukünftige Abgrabungen erheblich herhöht wird“. Mit dem vorgeschlagenen Verfahren werde auch sichergestellt, dass der bereits in früheren Verfahren von der Gemeinde geforderte Abstand zwischen den heutigen Abgrabungen Höste und Holperdorp nicht weiter reduziert wird.

Zusätzlich zu den planerischen Festlegungen ist es nach Ansicht der Gemeinde erforderlich zu dokumentieren, dass nach dem Abbau innerhalb der genehmigten Bereiche und einer eventuellen Tieferlegung der Kalkabbau im Teutoburger Wald abgeschlossen ist und aufgrund der Lage im FFH-Gebiet und der derzeit geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen keine weiteren Abgrabungsgenehmigungen erteilt werden können.

Da von einer Schließung des Werkes in Lengerich auch Arbeitskräfte aus der Gemeinde Lienen betroffen sein werden, schlägt die Verwaltung in ihrem Entwurf vor, „bereits heute für die sich daraus ergebenden strukturellen Auswirkungen den angeregten ,Runden Tisch‘ einzurichten, um regionale Konzepte für die Zeit nach dem Kalkabbau zu entwickeln“.

Zum Thema

Der Entwurf für die Stellungnahme der Gemeinde ist am Montag, 27. Februar, in der Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses (ab 18 Uhr im Haus des Gastes) Gegenstand der Beratungen.

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