LWL plant Haus für 24 Bewohner
Ruine soll Wohnheim weichen

Lienen -

Für das Areal mit der Brandruine wischen Fasanenweg und Glandorfer Straße zeichnet sich nach jahrelangem Stillstand eine Lösung ab. Im Planungs- und Bauausschuss stellte Bauamtsleiter Günter Glose am Dienstagabend Pläne des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) vor, auf dem Grundstück ein Haus für 24 Menschen mit einer geistigen Behinderung zu errichten.

Mittwoch, 08.03.2017, 17:03 Uhr

Die Skizze zeigt,  wie die Anlage des geplanten zweigeteilten Komplexes auf de Areal mit der noch stehenden Ruine geplant ist.
Die Skizze zeigt,  wie die Anlage des geplanten zweigeteilten Komplexes auf de Areal mit der noch stehenden Ruine geplant ist. Foto: Lienen

Das Grundstück ist aufgrund seiner Lage ideal für den Bau einer Wohneinrichtung. Die Einbindung des Neubaus in ein gewachsenes Wohnviertel und die überschaubaren Strukturen in der Umgebung entsprechen dem Teilhabe- und Inklusionsgedanken der Behindertenrechtskonvention. Gleiches gelte für Lienen mit seiner Infrastruktur. Zielgruppe sind Menschen mit einer geistigen Behinderung und gegebenenfalls intensivem Hilfebedarf, die längerfristig oder vorübergehend stationäre Eingliederungshilfe benötigen. Sie sollen unterkommen in individuell möblierten Einzelzimmern oder auch kleinen Apartments. Die Betreuung findet unterteilt in Wohngruppen statt. Die Betreuung durch Pädagogen und Pflegekräfte erfolgt rund um die Uhr.

Wer von den künftigen Bewohnern die Ledder Werkstätten besucht, soll das auch nach dem Unzug nach Lienen tun. Wer keine Werkstatt besucht, dem sollen innerhalb des Hauses Beschäftigungsmöglichkeiten und eine geregelte Tagesstruktur geboten werden. Diese Möglichkeiten sollen auch von Externen mitgenutzt werden können. Angestrebt wird auch „eine Vernetzung des Angebotes im Quartier“, so dass gemeinsame Aktivitäten von Menschen mit und ohne Behinderung möglich werden, wie ein gemeinsamer Mittagstisch, gemeinsame Nachbarschaftsfeste, Weihnachtsfeiern oder Basare.

Auch zum zu erwartenden Verkehrsaufkommen gibt der LWL Auskunft: Demnach werden jene Bewohner, die bei den Ledder Werkstätten beschäftigt sind und nicht in der Lage sind, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, morgens zwischen 7.30 und 9 Uhr mit Kleinbussen oder Taxen abgeholt und nachmittags zwischen 14 und 16 Uhr zurückgebracht. Die Mitarbeiter sollen Parkmöglichkeiten auf dem Grundstück erhalten, wobei „kein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu erwarten ist, da die Anfangs- und Endzeiten variabel gestaltet sind“.

Im Ausschuss kamen die Pläne gut an, nachdem sich dort „seit einer gefühlten Ewigkeit“ nichts getan hat. Durch die Bank waren sich die Vertreter der Fraktionen einig, dass sich das neue Gebäude der Umgebungsbebauung anpassen sollte. War laut Sachdarstellung zunächst nicht ganz klar, ob der Baukörper eventuell ein Flachdach bekommen soll, versicherte Glose, dass das Dach „die Neigung aufnehmen wird, wie sie bei den Häusern in der Nachbarschaft zu finden ist“.

Die erforderliche Bebauungsplanänderung soll nach dem Willen der Verwaltung rasch auf den Weg gebracht werden.

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