Die Bedeutung von Ostern für Kinder
„Eine gute Idee für die Kinder“

Lienen -

Grundschulkinder in Lienen sind mit Pfarrerin Susanne Nickel den Kreuzweg gegangen. Konfirmanden unterstützten die Theologin dabei.

Dienstag, 11.04.2017, 08:04 Uhr

An Händen und Armen gefesselt sollen die Kinder die Situation Jesu ein wenig besser nachempfinden können.
An Händen und Armen gefesselt sollen die Kinder die Situation Jesu ein wenig besser nachempfinden können. Foto: Anne Reinker

Ein Nest mit vielen Schokoladeneiern, das lange Osterfrühstück mit der ganzen Familie, eine Kaffeetafel und dann am Abend der Besuch des Osterfeuers: Das kommt vor allem Kindern in den Sinn, wenn sie gefragt werden, was ihnen bei dem Stichwort Ostern einfällt. Der religiöse Hintergrund steht nicht automatisch im Vordergrund. Das war ein Anstoß für Pfarrerin Susanne Nickel , Grundschulkinder einmal einzuladen, gemeinsam den Kreuzweg zu gehen.

„Ich glaube, so ein Angebot gab es hier noch nicht“, meint die Geistliche, die diese Idee aus ihrer früheren Kirchengemeinde mitbracht hat. Elf Mädchen und Jungen sowie einige Mütter nutzen an diesem letzten Freitag vor den Feiertagen die Möglichkeit, die ihnen Susane Nickel bietet. Unterstützt wird die Theologin bei ihrem Vorhaben von Sandra Peschel und den Konfirmanden Justin Bleimund, Silas Beckmann sowie Alischa Monger. „Das ist schon eine gute Idee für die Kinder“, meint Justin Bleimund. „Die Konfirmanden haben sich gut eingebracht“, freut sich Susanne Nickel.

Mit einer brennenden Kerze in einem Windlicht wird Jesus symbolisiert. Durch ein Spalier der Kinder wird die Jesus-Kerze hereingebracht, so wird der Einzug nach Jerusalem verdeutlicht. Die kindgerechten Erzählungen durch die Pfarrerin und Sandra Peschel erklären die Stationen des Kreuzweges zusätzlich, Gebete und Lieder schließen sich an. Das Abendmahl mit der Kerze und Traubensaft und Fladenbrot steht in der Kirche im Mittelpunkt.

Wie die Kinder die nächste Station, die Gefangennahme Jesu, aufnehmen, wird von den Organisatoren mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Denn am Spielplatz sollen sich die Mädchen und Jungen fesseln und in einem „Gefangenenzug“ zum Kirchplatz führen lassen. „Ich hätte gedacht, dass die Kinder darauf anders reagieren“, meint Justin Bleimund. Die „Gefangenen“ machten wider Erwarten keinen verängstigten Eindruck.

Mit Interesse gehen die Grundschüler auch zu den nächsten Stopps mit. Dazu gehört, ein großes Holzkreuz auf dem Rücken zu tragen. Lesungen zur Kreuzigung und dem Tod Jesu folgen in der Kirche. Unsichtbar für die Kinder wird ein Nagel laut hörbar in ein Stück Holz geschlagen, die Hammerschläge hallen durch das Gotteshaus. Die Jesus-Kerze wird am Ende gelöscht als Zeichen des Todes.

„Traurig sind wir, weil wir uns an den Kreuzweg Jesu erinnert haben“, sagt Susanne Nickel. Alle freuten sich nun aber auf den Ostermorgen, den Tag, an dem Jesus aus dem dunklen Grab wieder ins Licht trete.

Ein Kreuzweg, der sicherlich bleibenden Eindruck bei einigen der Teilnehmer hinterlassen hat. „Kinder werden überall mit Leid und Tod konfrontiert“, meint die Pfarrerin. „Sie müssen immer wieder mit schwierigen Situationen umgehen.“ Da könne es erleichternd und befreiend sein, die Erfahrung mit ins Gebet nehmen zu können, erklärt Susanne Nickel, dieses Angebot an die Grundschülerinnen und -Schüler und ihre Eltern auch als Bewältigungsmöglichkeit zu sehen.

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