Heckentheater-Saison mit „Marleni“ eröffnet
Ein komischer Abend in Paris

Lienen-Kattenvenne -

Die beiden Stars vergangener Zeiten könnten schon allein wegen ihrer Biografien gegensätzlicher nicht sein. Während die eine privilegiert die Ideen des Nationalsozialismus filmisch in Szene setzte, wanderte die andere in die USA aus, nahm deren Staatsbürgeschaft an und betreute US-Soldaten bei ihrem Vormarsch in Nazi-Deutschland.

Dienstag, 02.05.2017, 17:05 Uhr

Zwei Diven auf einem Sofa: Annette Roth und Gertrud W. Hosenberg unterhielten ihr Publikum im Heckentheater mit dem Buch „Marleni“ von Thea Dorn.
Zwei Diven auf einem Sofa: Annette Roth und Gertrud W. Hosenberg unterhielten ihr Publikum im Heckentheater mit dem Buch „Marleni“ von Thea Dorn. Foto: Anne Reinker

Mit der Lesung des Bühnenstücks „Marleni“ von Thea Dorn haben Rolf Kötterheinrich und Erhard Piech am Sonntag die neue Saison ihres Heckentheaters eröffnet. Annette Roth und Gertrud W. Hosenberg trugen den fiktiven Dialog zwischen der senilen Dietrich und der noch recht fidelen und nur ein Jahr jüngeren Leni Riefenstahl im Pavillon des Theaters vor. Ort des Geschehens: das Pariser Appartement der Dietrich am Abend vor ihrem Tod, der sie am 6. Mai 1992 ereilte.

Trotz aller Gegensätzlichkeit haben die beiden Diven einige Träume gemeinsam: ein gemeinsames Filmprojekt und die Rückkehr nach Berlin . Klingt anfangs lächerlich, doch die Riefen­stahl lässt nicht locker.

Und so entwickelt sich der Dialog auch u einem Schlagabtausch zwischen einer bekennenden Antifaschistin und Hitlers Günstling, gespickt mit Anekdoten au den Leben der beiden Frauen.

Mit ihrem Stück hat Thea Dorn Zeitgeschichtliches über die Rolle der Frau, die Filmkunst und das politische Geschehen verwoben mit sarkastischer Komik – von Annette Roth und Gertrud W. Hosenberg für die Besucher fesselnd wiedergegeben.

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