Eiserne Hochzeit im Hause Raß
Alles begann in Wittmanns Saal

Lienen -

In der Lienener Kirche haben Helmut Raß und Ruth Dresemann vor 65 Jahren „Ja“ zueinander gesagt. Am Wochenende wurde im Familienkreis die Eiserne Hochzeit gefeiert. „Gefunkt hat es 1946 beim Tanz in Wittmanns Saal in Höste“, erinnert sich der Jubilar. Geheiratet wurde sechs Jahre später.

Mittwoch, 03.05.2017, 17:05 Uhr

Vor 65 Jahren läuteten für Ruth und Helmut Raß die Hochzeitsglocken.
Vor 65 Jahren läuteten für Ruth und Helmut Raß die Hochzeitsglocken. Foto: Silke Heemann

Vor 65 Jahren sind die beiden von Pfarrer Otto Smend getraut worden. „Das Wetter war herrlich, die Obstbäume blühten in voller Pracht und es war wärmer als heute“, blickt Helmut Raß zurück. Mit dem offenen Zweispänner fuhr das Hochzeitspaar damals von Meckelwege nach Lienen .

Helmut Raß (89) wächst mit seinen zwei Brüdern und zwei Schwestern in Meckelwege auf. In Meckelwege geboren, dort in der Bauerschaftsschule von Lehrer Gustav Jasperbrinkmann unterrichtet, geht er von 1942 bis 1944 bei Ernst Möllenkamp in Lengerich in der Schmiede an der Münsterstraße in die Lehre. 1944 wird er zur Wehrmacht eingezogen, wird nach Holland beordert und kehrt am 26. Juni 1945 – zwei Tage nach seinem Bruder Heinrich – unversehrt nach Hause zurück.

Mit seinem Vater führt er die an der B 475 gelegene Schmiede, die schon sein Urgroßvater Ernst-Heinrich Raß gegründet hat. Abends geht die Arbeit nahtlos in der Gaststätte „Zur Alten Schmiede“ weiter. In der Wirtschaft war immer gut zu tun und meist stand er dort auch unter der Woche bis in die Nacht hinter dem Tresen. Dazu wurden ein Kolonialwarengeschäft und bis Ende der 50er Jahre eine kleine Landwirtschaft betrieben. In den 90er Jahren dreht Helmut Raß, als er 65 Jahre alt wird, den Bierhahn endgültig zu.

Seine Frau Ruth (87) wächst in Münster auf, verlässt mit ihrer Familie nach Bombenangriffen 1942 die Westfalen-Metropole und kommt auf dem Hof von Heinrich Blömker in Lienen unter. Nach Kriegsende macht sie bei Adele Pellemeier eine Lehre zur Hutmacherin. Nach der Heirat zieht sie nach Meckelwege, sorgt in der Gaststätte für die Bewirtung, kümmert sich um Familie und den kleinen Kolonialwarenladen, den Haushalt, Garten und etwas Landwirtschaft. Ihrem Mann Helmut hat sie immer zur Seite gestanden. Aus der Ehe gehen zwei Töchter, vier Enkel und inzwischen die erste Urenkelin hervor.

Die Nachbarn haben zur Überraschung Ringe mit einer großen 65 aus Rosen im Garten gekränzt und mit eisernen Herzen und Schmetterlinge dekoriert. Am Wochenende feierte das Jubelpaar im kleinen Familienkreis.

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