Pläne für Pfarrheim-Neubau vorgestellt
Hommage an frühere Epochen

Lienen -

Das reichlich kurze Hauptschiff der Kirche Maria Frieden lässt erahnen, dass die Erbauer damals in den 50er Jahren fest damit gerechnet hatten, dass die Kirche zu einen späteren Zeitpunkt erweitert werden würde. Und genau das könnte bald geschehen: in Form eines Pfarrheims mit überschaubarer Größe. Denn was Räumlichkeiten und die damit verbundene Quadratmeter-Zahl betrifft, macht das Bistum klare Vorgaben. Und demnach ist das ohnehin in die Jahre gekommene bisherige Pfarrheim hinter der Kirche deutlich zu groß.

Freitag, 28.04.2017, 18:04 Uhr

 
  Foto: Michael Schwakenberg

Architekt Christoph Achterkamp aus Mesum stellte am Donnerstagabend in eben jenem Pfarrheim Pläne für einen Neubau vor: ein eingeschossiger, der Kirche vorgelagerter Kubus mit breitem Mittelgang, Küche Sanitäranlagen und drei Gruppenräumen, die sich dank mobiler Trennwände in einen großen Saal verwandeln lassen.

  Foto: Achterkamp

Das Raumprogramm ist das eine, die äußere Gestaltung das andere. Und da hat sich Achterkamp etwas Besonderes einfallen lassen: „Wir nehmen die bisherige Kirchentür und setzen sie in den Neubau ein.“ Ein Gurtboden, wie man ihn schon im Kircheninneren findet, soll gemeinsam mit der Tür und Glas an den Seiten das neue Portal bilden. „Wir greifen damit Anklänge an die Romanik auf, die sich in der Kirche finden.“ Das bezog Achterkamp aber nicht nur auf gestalterische Details, sondern auch auf Ort und Stelle für den Neubau – und wies auf romanische Kirchen wie die der Abtei Maria Laach mit vorgesetzten Atrium hin. Dadurch, dass Gottesdienstraum und Pfarrheim näher zusammenrücken, könne eine Atmosphäre entstehen, „in der man sich zu Hause fühlt“.

Den Erbauern von Maria Frieden zollte Achterkamp übrigens großen Respekt: „Als ich das erste Mal in der Kirche war, war ich überrascht von der Raumwirkung, den Maßstäben und der Frische dieser typischen 50er-Jahre-Architektur.“

  Foto: Achterkamp

Die soll nun in zeitgenössischer Form und mit stilistischen Rückgriffen fortgesetzt werden. Etwa beim Nebeneingang mit neuer Pfeilerarchitektur, durch den die Kirche auch künftig zu betreten sein soll, ohne dass man das Pfarrheim passieren muss.

Von Seiten der knapp 20 anwesenden Gemeindemitglieder gab es etliche Nachfragen und Anregungen, unter anderem zur Orgelbühne, im Großen und Ganzen aber deutliche Zustimmung. „Es ist schon interessant, wie viele Gedanken man sich zu so einem Projekt machen kann. Und die Erbauer der Kirche würde es sicherlich freuen, dass ihr Bau heute noch so gelobt wird“, meinte einer der Anwesenden.

Achterkamp, der vom Bistum mit diesem Projekt beauftragt wurde und schon seit längerer Zeit mit der Gemeinde und den einzelnen Gruppen in Kontakt steht, geht davon aus, dass die Ausführungsplanung noch in diesem Jahr erfolgen kann, das Projekt im kommenden Jahr in den Investitionsausschuss des Bistums geht und womöglich schon 2019 die Fertigstellung erfolgt.

Sollten seine Pläne tatsächlich umgesetzt werden, würde der Kirchenkomplex damit bis auf wenige Meter an das alte Pfarrhaus heranrücken. Das sei jedoch kein Problem, erläuterte Pastoralreferent Norbert Brockmann. Über kurz oder lang würden er und seine Familie ohnehin „aus den schlecht heizbaren 200 Quadratmetern ausziehen“. Er gehe nicht davon aus, „dass Haus noch lange Bestand hat“.

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