Reformator verweilt in Kattenvenne
Luther in doppelter Mission

Lengerich/Kattenvenne -

Wittenberg und Eisleben dürfen sich offiziell Lutherstadt nennen. In Mansfeld gibt es sogar einen Ortsteil, der Lutherstadt heißt. Und dann gibt es in Deutschland noch 14 weitere Städte, die sich mit Wittenberg und Eisleben zum Bund der Lutherstädte zusammengeschlossen haben. Nicht dabei: Kattenvenne. Denn dem Bund gehören nur Orte an, in denen der Reformator gewirkt hat.

Dienstag, 09.05.2017, 16:05 Uhr

Zwei der überlebensgroßen Statuen, die anlässlich des Reformationsjubiläums durch die Gemeinden des Kirchenkreises wandern, stehen zurzeit in Kattenvenne. Das kleine Foto zeigt Erhard Piech und Rolf Köterhenrich vom Heckentheater sowie Norbert Ammermann vom Kirchenkreis bei der Übergabe der zweiten Statue vor dem Martin-Luther-Haus in Lengerich.
Zwei der überlebensgroßen Statuen, die anlässlich des Reformationsjubiläums durch die Gemeinden des Kirchenkreises wandern, stehen zurzeit in Kattenvenne. Das kleine Foto zeigt Erhard Piech und Rolf Kötterhenrich vom Heckentheater sowie Norbert Ammermann vom Kirchenkreis bei der Übergabe der zweiten Statue vor dem Martin-Luther-Haus in Lengerich. Foto: Michael Schwakenberg

Aber jetzt, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche, ist der Reformator auch in Kattenvenne zugegen. Nicht nur mit seinen Vorstellungen und Ideen von der Gnade Gottes, von Christsein, Kirche und Gemeinde, sondern greifbar im Form von gleich zwei der überlebensgroßen Statuen, die anlässlich des Reformationsjubiläums durch die Gemeinden des Kirchenkreises wandern.

War die erste Statue bereits Ende April über Ladbergen mit Zwischenstation an der Moorschänke in Kattenvenne eingezogen, um einen prominenten Platz direkt am Kirchenportal zu beziehen, weilt die zweite seit einigen Tagen im Heckentheater. Dessen Betreiber Rolf Kötterheinrich und Erhard Piech hatten sie am vergangenen Wochenende vom Martin-Luther-Haus in Lengerich abgeholt.

„Luther war ein vielbeschäftigter Mann, der sich kaum Ruhe gegönnt hat. Die vielen Leute, die Klosterverwaltung und seine Familie – alle wollten was von ihm. Und Müßiggang war nicht seine Sache. Auch wenn das bei den Reformierten später noch stärker ausgeprägt war als bei den Lutheranern“, gab Kötterheinrich zu bedenken. Im Heckentheater solle Luther Gelegenheit zur inneren Einkehr bekommen. Norbert Ammermann, Kulturbeauftragter des Kirchenkreises, verabschiedete die Statue denn auch mit einigen launigen Versen, die in dieselbe Richtung zielten.

Ob Kattenvenne angesichts der doppelten Präsenz jetzt auch ein Anrecht darauf hätte, in den Bund der Lutherstädte aufgenommen zu werden? Wohl kaum, denn entscheidend für die Mitgliedschaft ist das Wirken des Reformators zu Lebzeiten. Was soll‘s – sagt ja niemand, dass ein Mann wie Luther nicht auch posthum etwas bewirken kann. Und sei es nur in Gestalt von zwei Kunststoff-Statuen, die den Betrachter in aufgewühlten Zeiten, in denen im Namen von Religionen wieder mal schlimme Dinge passieren, zum Nachdenken über Gott und die Welt anregen . . .

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