Superintendent ermutigt Kattenvenner Protestanten zu Kooperationen
„Den Blick für die Region öffnen“

Lienen-kattenvenne -

Wer lässt sich schon gerne über einen längeren Zeitraum über die Schulter gucken? Ist bei einer Kirchengemeinde Visitation angesagt, passiert genau das. So geschehen in der vergangenen Woche bei den Kattenvenner Protestanten. Damit erst gar keine Missverständnisse aufkamen, hatte Superintendent Andrè Ost gleich im Eröffnungsgottesdienst deutlich gemacht, dass es sich mitnichten um einen Kontrollbesuch handele (die WN berichteten).

Dienstag, 16.05.2017, 16:05 Uhr

Superintendent André Ost und Pfarrerin Verena Westermann informierten zum Abschluss der Visitation über erste Ergebnisse.
Superintendent André Ost und Pfarrerin Verena Westermann informierten zum Abschluss der Visitation über erste Ergebnisse. Foto: Michael Schwakenberg

Nach zahlreichen Terminen und Treffen mit den verschiedenen Gruppen und Gremien der Gemeinde wurde er beim gemeinsamen Abschlussgespräch mit Pfarrerin Verena Westermann konkreter: „So eine Visitation ist immer die Möglichkeit zu einem Austausch, zu schauen, was der andere so macht. Da können auch wir vom Kirchenkreis immer etwas lernen.“ Außerdem gehe es darum, den Kontakt zueinander zu stärken.

Ein besonderes Augenmerk, so Ost , habe dem Ehrenamt gegolten. „Wir waren erstaunt, wie viel ehrenamtliches Engagement in der Kirchengemeinde gemessen an der Gemeindegliederzahl zu finden ist. Darauf kann man aufbauen.“ Für ihn sei das ein Zeichen dafür, dass das kirchliche Leben in einer Gemeinde nicht an der Zahl der Gottesdienstbesucher hänge. Doch in den Gesprächen innerhalb der Visitationswoche sei zu beobachten gewesen, dass es offensichtlich ein Wahrnehmungsproblem gebe: „Wir mussten auch feststellen, dass es eine starke Traurigkeit über Verluste wie schwindende Gottesdienstbesucher oder Probleme bei der Suche weiterer Ehrenamtlicher gibt.“ Ein Perspektivwechsel müsse her.

Der könnte laut Ost darin bestehen, Kontakt zu den benachbarten Gemeinden zu suchen oder schon vorhandene Kontakte auszubauen. Pfarrerin Verena Westermann erinnerte an die Kooperation mit dem Kirchenchor in Ladbergen. „Das war eine tolle Sache. Warum so etwas nicht öfter machen?“ In der Person der Pfarrerin sieht Ost auch ein Bindeglied zur Lienener Kirchengemeinde, da Verena Westermann einen Teil ihres Dienstes dort versieht. Ost: „Es wäre wünschenswert, wenn die beiden Gemeinden den Gesprächsfaden wieder verstärkt aufnehmen würden.“ Ansonsten gelte es, den Blick zu öffnen für mögliche Zusammenarbeit in der Region. Angefangen bei gemeinsamen Presbyteriums-Sitzungen mit den Nachbargemeinden solle auch in den verschiedenen Arbeitsfeldern nach Kooperationsmöglichkeiten gesehen werden, um Synergien zu schaffen. In der Jugendarbeit gebe es diesbezüglich schon gute Ansätze. Vorstellbar sei es, so das Visitationsteam, perspektivisch Schwerpunktbereiche für verschiedene Ar-beitsfelder in den Regionen zu bilden.

Eine weitere konkrete Idee, die sich aus einem Gespräch des Visitationsteams mit Ehrenamtlichen ergab, ist die Veranstaltung eines Tages der offenen Tür in Verbindung mit einem Ge-meindefest, um auch externe Interessierte für die Gemeindearbeit zu gewinnen. Gleichzeitig mahnte Ost, mit Rückschlägen realistisch umzugehen: „Wenn Gruppen sterben, ist dies der Ausdruck der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung und nicht von schlechter Gemeindearbeit.“ Dazu passten zwei Vorschläge des Visitationsteams: Eine Projektgruppe könnte eine Konzeption für die zukünftige Gemeindearbeit entwickeln. Oder die Gemeinde könnte sich extern beraten lassen, etwa durch das Amt für missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Weitere konkrete Empfehlungen waren: die Veranstaltungen der Kirchengemeinde und Lienen und Kattenvenne noch stärker zu koordinieren und gemeinsame Presbyteriums-Sitzungen einzuberufen; das Gemeindehaus als Gemeinschaftszentrum des Ortes zu verstehen und die Räume auch an örtliche Vereine und Gruppen zu vermieten.

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