Projekttage an der Grundschule im Zeichen des Handwerks
Von wegen Fachkräftemangel

Lienen -

Wer will fleißige Handwerker sehen? Der muss zur Lienener Grundschule gehen. Denn dort wird derzeit der neue Zwischentrakt mit Toilettenanlagen, Aufzug und weiteren Räumen errichtet (die WN berichteten). Inspiriert von den Bauarbeiten draußen, stehen drinnen seit Montag auch die Projekttage ganz im Zeichen des Handwerks. Es wird gesägt, gebacken, gewebt und vieles mehr

Dienstag, 23.05.2017, 18:05 Uhr

Der Keller der Schule wurde zur Backstube umfunktioniert, während einer der Klassenräume (kleines Bild) als Atelier für Mosaikkunst genutzt wurde.
Der Keller der Schule wurde zur Backstube umfunktioniert, während einer der Klassenräume (kleines Bild) als Atelier für Mosaikkunst genutzt wurde. Foto: Michael Schwakenberg

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Schulleiterin Annette Füllborn und ihre Kolleginnen haben sich etliche Stationen ausgedacht, von den jedes Kind nach eigenen Wünschen zwei durchläuft. Da gibt es im Werkraum im Keller die Möglichkeit, aus Latten, Sperrholzplatte, Bambus, Reisig und Kiefernzapfen ein Insektenhotel zu basteln. Einen Raum weiter schlüpfen Kinder in die Rolle von Bäckern und Konditoren. Dinkelbrot und Brötchen aus Quark-Öl-Teig munden ausgezeichnet. Arbeiten mit Speckstein, Töpfern, Weben und Nähen sind ebenso im Angebot wir Mosaike erstellen. Dank der Fliesenspenden einiger Geschäfte aus Lienen und Umgebung mangelt es den Schülern nicht an einer Auswahl bunter Keramikplatten und -plättchen, aus denen schon sehenswerte Kunstwerke entstanden sind.

Handwerk in der Schule – diese Idee erweist sich als Volltreffer, ist den Berichten des Kollegiums zu entnehmen: „Das kommt im Unterricht oft zu kurz. Und es ist erstaunlich zu sehen, wie ruhig und konzentriert die Schüler bei der Sache sind“, findet die Schulleiterin.

Ein kleiner Test in der Mosaikgruppe bestätigt die Begeisterung fürs praktische Arbeiten: Wer möchte später Mosaikleger werden? Alle Finger schnellen nach oben.

Für die Schulleiterin ist „Handwerk in der Schule“ aber noch aus einem weiteren Grund eine sinnvolle Sache: „Wir beklagen in Deutschland einen spürbaren Fachkräftemangel. Bei diesen Projekttagen merken die Schüler, wie zufriedenstellend es ist, wenn man tagsüber etwas schafft, was man abends auch sehen oder vielleicht sogar mit nach Hause nehmen kann.“

Auch das entspricht voll und ganz den Erfahrungen der Kinder. Was ist besser, Unterricht oder werken? „Werken natürlich“, muss Samira aus dem vierten Schuljahr bei dieser Frage nicht lange überlegen.

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