Gegner wollen weiter Druck machen
Zankapfel Windkraft

Lienen/Glandorf -

Die Genehmigungsverfahren für weitere Windkraftanlagen in Glandorf laufen. Derweil stehen die Rotoren am Liener Landweg immer wieder still. Kurz nachdem die neuen Anlagen im Januar in Betrieb genommen worden waren, musste bei einem der Windräder kurz darauf der Stern wieder abgenommen werden: „Es gab eine Beschwerde wegen Lärms“, erläutert Henning Müller-Detert, Pressesprecher des Landkreises Osnabrück. Ursache war offenbar ein fehlerhaftes Getriebe. Danach hat es nach Auskunft des Landkreises keine weiteren Beschwerden gegeben.

Donnerstag, 01.06.2017, 17:06 Uhr

Stillstand so weit das Auge reicht: Gestern Mittag gegen 13 Uhr lief nicht eines der fünf Windräder im Bereich des Liener Weges.
Stillstand so weit das Auge reicht: Gestern Mittag gegen 13 Uhr lief nicht eines der fünf Windräder im Bereich des Liener Weges. Foto: Michael Schwakenberg

Dass viele Anwohner, auch auf Lienener Seite, den Lärmpegel dennoch als störend empfinden, berichtet Christel Steinhorst , die sich mit anderen Betroffenen gegen die Windkrafträder stark macht. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Lärmbelästigung.

Gleichzeitig beobachten viele Anwohner, dass die Windkraftanlagen am Liener Landweg immer wieder stehen bleiben. Hauptgrund ist laut Landkreis der Schattenwurf. Wenn die Sonne direkt hinter den Anlagen stehe und sie sich drehen, könne es passieren, dass ein Flackerlicht – auch Disco-Effekt genannt – auf die Häuser im Umkreis fallen. „Die Anwohner müssen viel ertragen, das nicht“, heißt es seitens des Kreises. Rechtlich gesehen dürften anliegende Häuser nicht länger als 30 Minuten betroffen sein. Am Liener Landweg geht die Betreibergesellschaft aber offenbar noch weiter. Im Einzelfall halte der Disco-Effekt maximal fünf Minuten an, spätestens dann stoppe das Windrad automatisch.

Auf Glandorfer Seite gibt es Pläne für weitere Windräder in den Bereichen „An der Bever“ und „Schweger Wüste“ in Averfehrden. Die Genehmigungsverfahren auf Kreisebene laufen. Eingebunden wurden muss auch die Gemeinde Lienen als Nachbarkommune. Bauamtsleiter Günter Glose: „Es gibt Aussagen wonach der Schattenwurf bis zu zwei Kilometer betragen kann und damit auch Lienener Gebiet betrifft. Wir werden das wie schon bei früheren Vorhaben kritisch begleiten und für den Rat eine Vorlage mit der passenden Stellungnahme ausarbeiten. Bislang liegen uns aber noch keine Unterlagen vor.“ Glose weist aber auch darauf hin, dass sich die Gemeinde mit ihren Bedenken bislang nicht durchsetzen konnte, wenn jenseits der Grenze Windräder geplant waren. Den Unmut der Anwohner, die schon mehrfach in Ausschuss- und Ratssitzungen auf ihre Anliegen hingewiesen haben, kann der Verwaltungsfachmann durchaus nachvollziehen. Doch er betont: „Uns sind die Hände gebunden.“

Unterdessen sind in Averfehrden in einem Feld nahe des Windvorranggebietes wieder Rohrweihen gesichtet worden, die dort bereits im vergangenen Jahr ein Nest gebaut haben. Brütende Vögel dieser Art haben lange Abschaltzeiten zur Folge.

Christel Steinhorst kündigt an, dass die Anwohner weiter gegen Windkraftanlagen vorgehen möchten. „Der ganze Prozess wird von vorne losgehen“, sagt sie. Bei den nächsten Offenlagen der Pläne werden sie entsprechende Einwände verfassen. Zudem ziehen sie nach wie vor in Erwägung, auch juristisch gegen die Windkraftanlagen vorzugehen.

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