Evangelisches Sozialseminar
„Du bist gut, ich bin gut“

Lienen-Kattenvenne -

„Du bist gut, ich bin gut“ lautet die Devise, nach der das evangelische Sozialseminar Lienen seit einigen Jahren Menschen unterschiedlicher Meinung miteinander ins Gespräch bringt. Das gelang auch während der jüngsten Veranstaltung der Reihe „Dialog Landwirtschaft – Gesellschaft“, die die Verantwortlichen traditionell gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverband Lienen organisieren.

Montag, 05.06.2017, 23:06 Uhr

Experten unter sich: Eva Niederdalhoff vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Lienen und Dr. Rudolf Holtkamp (links) vom evangelischen Sozialseminar freuten sich über den Besuch von Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der DBU, und dessen Ausführungen zum Thema „Nachhaltige Landwirtschaft – Herausforderungen und Lösungsansätze“.
Experten unter sich: Eva Niederdalhoff vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Lienen und Dr. Rudolf Holtkamp (links) vom evangelischen Sozialseminar freuten sich über den Besuch von Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der DBU, und dessen Ausführungen zum Thema „Nachhaltige Landwirtschaft – Herausforderungen und Lösungsansätze“. Foto: Dietlind Ellerich

Zu Gast war Dr. Heinrich Bottermann , Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ( DBU ). Seine Ausführungen zum Thema „Nachhaltige Landwirtschaft – Herausforderungen und Lösungsansätze“ wollten knapp 40 Frauen und Männer nicht nur hören, sondern auch kommentieren und kontrovers diskutieren.

Zwar hatte Dr. Rudolf Holtkamp, Ansprechpartner des Sozialseminars, im Vorfeld bedauert, dass der von der DBU vorgeschlagene Vortragstitel hinter dem ursprünglich von den Veranstaltern angestrebten Thema „Gemeinsame Anstrengungen von Landwirtschaft und Umweltschutz zur Erreichung der Klimaziele“ zurückbleibe, er behielt aber nichtsdestotrotz recht in seiner Annahme, dass der Dialog-Aspekt in der anschließenden Diskussion zur Sprache kam.

„Die Landwirte stehen in der öffentlichen Debatte, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte“, stellte Bottermann zu Beginn seines Referats klar, dass er es nicht nachvollziehen könne, wie auf Landwirtschaft und Landwirte eingeprügelt werde. Das deutliche Statement wird Wasser auf den Mühlen des Publikums gewesen sein. Doch Bottermann nahm es auch in die Pflicht. „Die Landwirtschaft sollte das Problem akzeptieren und an Lösungen mitarbeiten“, machte er deutlich, dass es ohne die Landwirte nicht gehe, wolle man den Klimawandel, die Intaktheit der Biosphäre, den Landnutzungswandel sowie den Stickstoff- und Phosphorkreislauf als die wesentlichen globalen Umweltprobleme angehen.

„Keine Armut, kein Hunger, sauberes Wasser, Leben an Land, nachhaltiger Konsum und Produktion“, Bottermann appellierte eindringlich an die Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen , die ebenso wie die des Pariser Klimaschutzabkommens nur erreichbar seien, wenn alle gemeinsam Verantwortung übernähmen.

Der Referent machte sich für einen dauerhaften Erhalt der Produktionsgrundlagen, die nachhaltige Entwicklung im globalen Maßstab, die Minimierung der Umweltbelastungen sowie den Erhalt der biologischen Vielfalt unter Berücksichtigung der intergenerationellen Gerechtigkeit und der Sicherstellung der ökonomischen Existenzfähigkeit stark. „Auch der Bauernfamilie muss es gut gehen, dann kommt die Nachhaltigkeit von selbst“ lautete der Tenor in der Versammlung.

Eine nachhaltige Entwicklung umfasse ökologische, ökonomische und soziale Ziele, machte Bottermann deutlich. „Glaubwürdigkeit schaffen und Bereitschaft zum offenen und konstruktiven Dialog zeigen“, riet erden Landwirten. Die kontroverse Diskussion in Kattenvenne mache Mut für die Zukunft.

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