Kirschlehrpfad in Hagen
Kirschen zwei Wochen früher dran

Lienen/Hagen -

Es ist nicht weit von Lienen bis nach Hagen. Die Hagener freuen sich aktuell über viele Besucher, steht doch die Kirchernte auf dem Programm. Der Kirchlehrpfad hat dazu einiges an Informationen zu bieten.

Dienstag, 04.07.2017, 10:07 Uhr

Knapp zwei Wochen vor dem offiziellen Start hat vielerorts schon die Kirschernte begonnen. Ostbauern rechnen mit Ernteausfällen wegen der ungünstigen Witterung in diesem Jahr.
Knapp zwei Wochen vor dem offiziellen Start hat vielerorts schon die Kirschernte begonnen. Ostbauern rechnen mit Ernteausfällen wegen der ungünstigen Witterung in diesem Jahr. Foto: dpa

2017 ist kein gutes Erntejahr für Süßkirschen. Im April sind viele Blüten erfroren, die Früchte sind zwei Wochen früher reif als sonst und das Wetter ist regnerisch. Der Besuch des Hagener Kirschlehrpfades lohnt sich allein schon wegen der Sortenvielfalt dennoch. Drei Führungstermine, jeweils sonntags, werden diesen Sommer noch angeboten: am 23. und 30. Juli sowie am 6. August.

Nach einer kurzen Einführung zu Hagens Kirschen und zur Entstehung der Sortensammlung geht auf den Rundgang, zu dem auch eine kleine Verkostung von Kirschprodukten gehört. Die insgesamt 90-minütigen Führungen starten jeweils um 14.30 Uhr am Reisemobilstellplatz am Schultenholz, Zum Jägerberg. Kosten: 2,50 Euro pro Teilnehmer, Kinder und Jugendliche zahlen nichts. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wie in jedem Jahr hat die Gemeinde ihre Bürger dazu aufgerufen, unter der Überschrift „Hagener Kirschen dringend gesucht“ erntereife Kirschbäume zu melden. Auf Nachfrage berichtet Ursula Plogmann von der Gemeindeverwaltung, dass der Aufruf bisher kaum Resonanz gefunden habe.

Auch Agrarwissenschaftlerin Dr. Anja Oetmann-Mennen , zuständig unter anderem für die Erhaltung der Süßkirschensortenvielfalt und den Kirschlehrpfad in Hagen, räumte ein, bislang insgesamt nur rund 20 Kilo geerntet zu haben, deutlich weniger als im Vorjahr. Allerdings, so die Pomologin, falle die Ernte, die ja noch lange nicht abgeschlossen sei, ohnehin jedes Jahr unterschiedlich aus.

Unabhängig vom Wetter in diesem Jahr sei für die schlechte Ernte auch verantwortlich, dass die Kirschbaum-Bestände zum Teil überaltert seien. Der vor zehn Jahren letztmals erfasste Altbestand habe knapp 40 Sorten umfasst.

Anja Oetmann-Mennen schätzt, dass die Zahl der Altbäume von 2000 vor zehn Jahren auf inzwischen etwa 1000 und die Zahl der Kirschsorten im Altbestand auf 30 gesunken ist. Die 360 Neuanpflanzungen im Zuge der Genbanksammlung am Jägerberg umfassten 111 Sorten – nahezu ausschließlich Süßkirschen.

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