Schwimmkursus für Flüchtlinge
Mit Sicherheit baden gehen

Lienen -

Ausgelassene Stimmung am Ende des letzten Termins: Fürs Zeitungsfoto stürzen sich die fünf Männer noch einmal ins Wasser, nehmen Ute Hoppe in ihre Mitte und reißen die Arme hoch. Grund zum Jubeln haben sie in der Tat: Sie können jetzt schwimmen, so einigermaßen jedenfalls. Selbstverständlich ist das nicht.

Freitag, 21.07.2017, 17:07 Uhr

Im Hallenfreibad fand jetzt ein Kursus statt, in dem Ute Hoppe fünf Flüchtlingen das Schwimmen beibrachte.
Im Hallenfreibad fand jetzt ein Kursus statt, in dem Ute Hoppe fünf Flüchtlingen das Schwimmen beibrachte. Foto: Michael Schwakenberg

Sich aber im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser halten zu können, das ist in Deutschland fast Standard. In vielen Heimatländern von Flüchtlingen ist es aber genau umgedreht. So häuften sich in den vergangenen zwei Jahren Meldungen von Badeunfällen, bei denen Migranten in Flüssen oder Seen die Gefahren unterschätzt haben und – letztendlich weil sie nicht oder nur schlecht schwimmen konnten – ertrunken sind.

Deshalb haben die Flüchtlingshilfe und Schwarz-Weiß Lienen im Hallenfreibad einen Schwimmkursus extra für Flüchtlinge angeboten, den Ute Hoppe ehrenamtlich leitete. Sie ist seit über 30 Jahren Übungsleiterin und hatte im vergangenen Jahr schon Flüchtlingskindern das Schwimmen beigebracht.

Während einige der Teilnehmer jetzt „noch nie einen Fuß im Wasser hatten“, konnten sich andere immerhin mit dem typischen „Hundepaddeln“ ans Ufer retten. Beigebracht bekamen sie Brustschwimmen. Denn das, so Schwimmeiter Björn Bulk, ist am einfachsten zu lernen und am wenigsten kräftezehrend. „Außerdem“, so Bulk, „hat man anders als beim Kraulen immer den Kopf über Wasser und dadurch ständig den Überblick.“

Ute Hoppe würde gerne weitere Kurse für Flüchtlinge anbieten. Allerdings sei das in erster Linie eine Frage der Hallenzeiten, die zur Verfügung stehen müssten. Wie Margitta Waldhoff von der Flüchtlingshilfe berichtete, war es dieses Mal ausdrücklicher Wunsch einiger männlicher Flüchtlinge, schwimmen zu lernen. Einer davon war Shwan Mohammad aus dem Irak, der vorher gar nicht schwimmen konnte: „Sechs Stunden sind eigentlich nicht genug. Ein Kursus über zwei Monate wäre noch besser“, meinte er. Sein Landsmann Tahseen Kadhim: „Am Anfang war es schwierig für mich, und ich hatte Angst zu tauchen.“ Aber durch das systematische Erlernen habe er diese Angst ablegen können.

Auch Abdulrahman Kalaf aus Syrien war voll des Lobes: „Das war sehr interessant für mich. Ich habe in Syrien zwar ein bisschen Schwimmen gelernt, aber in diesem Kursus habe ich gelernt, wie man richtig taucht. Und wir haben viel Spaß gemacht.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5026155?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Wie Münsters Kinogänger ticken
Klaus-Dieter Klepsch kümmert sich Woche für Woche darum, dass attraktive Filme über die Kinoleinwand flimmern.
Nachrichten-Ticker