Silke Donothek nimmt Abschied vom Küsterdienst
Ein Job im Hintergrund

Lienen -

Der Platz auf der Orgelempore hat Silke Donothek immer am besten gefallen. 20 Jahre lang hat sie fast täglich diesen Panoramablick genießen und sich bei der Arbeit immer wieder an der Schönheit des Kirchenraumes mit dem bunten Fenster über der Kanzel erfreuen können. Ab Sonntag ist das vorbei. Für sie endet „ein Lebensabschnitt“, für Pfarrerin Susanne Nickel sogar „eine Ära“, wenn Silke Donothek nach dem Gottesdienst das Küsteramt an ihre Nachfolgerin abgibt.

Donnerstag, 27.07.2017, 18:07 Uhr

Arbeitsplatz mit Atmosphäre: 20 Jahre lang hat Silke Donothek den Küsterdienst in der evangelischen Kirche in Lienen versehen und dabei immer auch die Menschen im Blick gehabt.
Arbeitsplatz mit Atmosphäre: 20 Jahre lang hat Silke Donothek den Küsterdienst in der evangelischen Kirche in Lienen versehen und dabei immer auch die Menschen im Blick gehabt. Foto: Michael Schwakenberg

Obwohl ihre Großmutter Lotti Driemeier schon Küsterin war und Silke Donothek in der Dienstwohnung im Schatten des Kirchturms aufgewachsen ist, bekam sie dieses Amt nicht in die Wiege gelegt. Nach der Schule ging es erstmal in den Einzelhandel, bis sie mit Mitte 20 zweifache Mutter war und Pfarrerin Annette Bethlehem sie ansprach.

„Anfangs habe ich meine Oma unterstützt. Es war dann ein schleichender Prozess, bis ich die Stelle hatte.“ Küsterin zu sein, das war für die 45-Jährige immer mehr, als nur wie eine Hausmeisterin das Gotteshaus unter ihren Fittichen zu haben, für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen und viel Organisatorisches zu leisten.

„An meinen Arbeitsplatz habe ich die Stille geliebt, aber eben auch den Kontakt zu den Menschen.“ Besondere Freude hätten ihr Hochzeiten bereitet, vor allem die Gespräche mit den Brautpaaren, denen sie gerne ihre Wünsche erfüllt habe. Ebenso hat ihr die Zusammenarbeit mit der Deko-Grupp Spaß gemacht, die sich das ganze Jahr über ehrenamtlich um die Kirche kümmert, unter anderem um den Blumenschmuck. Sofern es ihr Aufgabenfeld betraf, hat sich Donothek auch immer als Schnittstelle zwischen den Gemeindegliedern und den Gremien sowie den Geistlichen verstanden. „Da macht man viel im Hintergrund, was die Leute so nicht sehen.“

Ob „Schnittstelle“, „guter Geist“ oder „Mädchen für alles“ – sie hat es gerne gemacht. Ihre Stelle gibt Silke Donothek dennoch auf eigenen Wunsch hin auf. Aus rein persönlichen Gründen, wie sie sagt. Unter anderem sei das ihrer familiären Situation mit verstreuter Verwandtschaft geschuldet. Auch wenn sie offiziell nur 13 Stunden pro Woche im Dienst der Kirche stand, war der Sonntag doch meistens geblockt, zumindest halbtags. „Bei vielen Familienfeiern konnte ich deshalb nicht dabei sein.“ Diese neue Freiheit werde sie jetzt genießen.

Vom Küster-Amt verabschieden wird sich Silke Donothek, die in Lienen wohnen bleibt, am Sonntag, 30. Juli, im Gottesdienst mit Pfarrerin Susanne Nickel (Beginn 11 Uhr) und anschließend beim Empfang im Kirchsaal. Gleichzeitig wird ihre Nachfolgerin in das Amt eingeführt: Gudrun Schlinger, die bereits Mitglied im Deko-Team ist.

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