Auch die Meckelweger Straße ist jetzt Thema beim Straßenverkehrsamt
Anwohner fordern Tempo 70

Lienen -

Die Kreuzung am Saal Daweke sorgt nach dem tödlichen Unfall im Februar noch immer für reichlich Diskussionsstoff, da rückt ein weiterer neuralgischer Punkt auf einer Kreisstraße in Lienen ins Blickfeld. Am Freitag vergangener Woche bangten die Angehörigen stundenlang um das Leben eines 54-jährgen Motorradfahrers, der mit seiner Familie auf der Meckelweger Straße in Richtung Lienen unterwegs war und frontal mit einem Treckergespann zusammenstieß (die WN berichteten).

Montag, 30.04.2018, 17:12 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 27.04.2018, 18:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 30.04.2018, 17:12 Uhr
Trotz der nicht gut einsehbaren Kurve gibt es auf diesem Abschnitt der Meckelweger Straße keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Rechts von Standort des Fotografen (großes Bild) befindet sich der Hof Kipp mit der Aldruper Diele.
Trotz der nicht gut einsehbaren Kurve gibt es auf diesem Abschnitt der Meckelweger Straße keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Rechts von Standort des Fotografen (großes Bild) befindet sich der Hof Kipp mit der Aldruper Diele. Foto: Michael Schwakenberg

„Brenzlige Situationen gibt es hier immer wieder“, berichtet Ingrid Kipp , Betreiberin der Aldruper Diele, vor deren Haustür sich das Unglück ereignet hatte. Anfragen an den Kreis, die Höchstgeschwindigkeit in diesem Abschnitt auf 70 Kilometer pro Stunde zu begrenzen, seien bislang aber ohne Wirkung geblieben. Sie selbst habe vor Jahren schon mal einen verunglückten Motorradfahrer aus dem Graben gezogen.

Zum Unfall vom vergangenen Freitag: Zeugenaussagen, wonach der junge Treckerfahrer aus Glandorf zunächst angehalten habe, um den ersten Motorradfahrer passieren zu lassen, und dann plötzlich trotz weiteren Gegenverkehrs zum Abbiegen angesetzt habe, bestätigt der Pressebericht der Polizei zu besagtem Unfall nicht. Dort heißt es nur: „Er beabsichtigte nach links abzubiegen. Dabei kollidierte er aus bis dato ungeklärter Ursache mit einem entgegenkommenden Motorrad.“

Auch beim Straßenverkehrsamt des Kreises ist die Meckelweger Straße seit Anfang der Woche ein Thema. „Aussagen dazu, ob eine Tempobegrenzung auf 70 den Unfall hätte verhindern können, wären zu diesem Zeitpunkt reine Spekulation“, heißt es von Seiten der Kreis-Pressestelle auf WN-Anfrage. Ein Unfallhäufungspunkt sei die Meckelweger Straße jedenfalls nicht. „Die von Anwohnern beschriebenen brenzligen Situationen kann es dennoch geben – sie werden aber natürlich nicht von der Polizei dokumentiert und reichen für eine verkehrsrechtliche Anordnung auch nicht aus. Auf vielen ähnlichen Straßen im Kreisgebiet gibt es trotz zahlreicher Kurven keine Tempolimits“, erläutert Pressestellen-Mitarbeiter Jan Schlieper. Er verweist in diesem Zusammenhang aber auf Paragraf 3 der Straßenverkehrsordnung (siehe Info-Kasten).

Dazu noch einmal Ingrid Kipp: „Immer wenn ich unsere Kinder von der Schule wiederkommen gesehen habe, habe ich die Luft angehalten, da die Straße so schlecht einsehbar ist, vor allem die Kurve.“ Früher hätten sie noch eine ganze Kuhherde über die Straße treiben können. Heute würden sie das nicht mal mehr mit einem einzelnen Pferd riskieren. „Viele Autofahrer unterschätzen die Gefahren. Wir haben sogar schon mal Eltern von Jugendlichen angerufen, die gerade erst Führeschein hatten, mit dem Hinweis, ihre Kinder sollten besser etwas langsamer fahren.“

Erst wenige Tage vor dem Unfall war es im Planungs- und Bauausschuss um vier gemeindliche Straßen im Außenbereich gegangen (unter anderem Höster Damm und Sudenfelder Straße), insbesondere um den jeweiligen Ausbauzustand und mögliche Geschwindigkeitsbegrenzungen: Es sei ein Unding, hieß es im Ausschuss, dass vielfach Tempo 100 erlaubt sei, während auf der vergleichsweise gut ausgebauten Lengericher Straße nur 80 gefahren werden dürfe.

Was die Meckelweger Straße betrifft, so scheint der Unfall im Kreishaus – trotz aller Zurückhaltung dort – bereits für Bewegung gesorgt zu haben: „Unser Straßenverkehrsamt hat entschieden, dass die Unfallkommission des Kreises die Unfallstelle überprüft und dann entscheidet, ob dort Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit notwendig sind“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Ingrid Kipp hat schon jetzt eine klare Meinung: „Man kann die Kurve schneller fahren. Aber Tempo 70 wäre gut. Noch besser wäre Tempo 50, nur würde sich da wohl keiner dran halten.“

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