Mann soll mit Drogen gehandelt haben und fungierte als Bote
Bewährung für 27-Jährigen

Lienen -

Keine Vorstrafen, gute Sozialprognose und ein Geständnis. Diese drei Faktoren dürften zu einem Gutteil dazu beigetragen haben, dass ein 27-Jähriger aus Lienen gestern beim Amtsgericht in Ibbenbüren mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung davonkam.

Freitag, 04.05.2018, 18:05 Uhr

Die Verhandlung fand vor dem Amtsgericht Ibbenbüren statt.
Die Verhandlung fand vor dem Amtsgericht Ibbenbüren statt. Foto: dpa

Ihm war zur Last gelegt worden, über einen gewissen Zeitraum mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Konkret ging es um einen Fall vom 20. März 2017, als er laut Anklage 60 Gramm Marihuana verkauft haben soll. Der Angeklagte gab zwar zu, dass das Geschäft in Telefongesprächen bereits eingefädelt gewesen sei, jedoch habe es nie stattgefunden. Da zwar zwei Zeugen, laut Anklage die Käufer der Drogen, von ihren Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machten, konnte dem 27-Jähruigen lediglich der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in einer nicht unerheblichem Menge angekreidet werden.

In einem weiteren Anklagepunkt wurde ihm zur Last gelegt, am 3. April ebenfalls vergangenen Jahres als Drogenkurier fungiert zu haben. Demnach hatten zwei Niederländerinnen im Auftrag von zwei Dealern aus Lengerich zwei Kilogramm Marihuana in die Bundesrepublik eingeführt, um es den Männern auf einem Parkplatz in Ibbenbüren zu übergeben. Da die beiden Männer infolge einer Polizeikontrolle jedoch nicht in der Lage waren, die Tasche rechtzeitig in Empfang zu nehmen, beauftragten sie telefonisch den Angeklagten aus Lienen mit dieser Aufgabe. Der nahm den Auftrag an und händigte die Tasche später den beiden Männern aus.

Laut Gerichtsbericht bestritt er gestern zunächst, von dem Inhalt der Tasche gewusst zu haben. Nach einer sogenannten Verfahrensabsprache gab er allerdings zu, doch im Bilde gewesen zu sein. Dadurch ersparte er dem Gericht eine mühsame und zweitraubende Beweisaufnahme. Neben der Bewährungsstrafe wurde ihm einen Geldbuße in Höhe von 2400 Euro auferlegt, die er in Raten abstottern kann. Das Geld fließt an eine gemeinnützige Einrichtung.

Die beiden 21 und 23 Jahre alten Auftraggeber für den Botendienst waren bereits im Januar vom Landgericht Münster zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt worden: der jüngere Haupttäter nach Jugendstrafrecht zu vier Jahren, der ältere zu fünf Jahren nach Erwachsenenstrafrecht. Die 26 und 32 Jahre Kurieralten Niederländerinnen hatte im selben Verfahren Bewährungsstrafen von zwei Jahren beziehungsweise eineinhalb Jahren aufgebrummt bekommen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5709830?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Nachrichten-Ticker