Gemeindeverwaltung bittet um Unterstützung
Bürger sollen Bäume gießen

Lienen -

Was der Bundeshauptstadt recht ist, soll auch im Erholungsort funktionieren: Mit Blick auf die anhaltende Trockenperiode bittet die Verwaltung die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung bei der Wasserversorgung der Pflanzen im öffentlichen Bereich.

Donnerstag, 26.07.2018, 06:18 Uhr

Damit der neue Festplatz problemlos genutzt werden kann, muss er in diesen heißen Tagen regelmäßig und ausgiebig gewässert werden. Im Hintergrund das Haus des Gastes.
Damit der neue Festplatz problemlos genutzt werden kann, muss er in diesen heißen Tagen regelmäßig und ausgiebig gewässert werden. Im Hintergrund das Haus des Gastes.

30 Grad Celsius und mehr. Was die Herzen der Sommerfrischler und Ferienkinder in diesen Tagen höher schlagen lässt, wird für die Flora zur großen Überlebensfrage. Seit Wochen hat es keine nennenswerten Niederschläge gegeben. Daran soll sich – wenn man den Experten Glauben schenken darf – in den nächsten Wochen wenig bis nichts ändern.

Nicht nur für Landwirte, Gemüse- und Obstanbauer eine Herausforderung. Auch das öffentliche Grün – von Blumen-Beeten über Straßenbäumen bis zu Hecken – ächzt unter der Trockenheit. Für die Gemeindeverwaltung ist der Punkt erreicht, wo die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe gebeten werden müssen – weil die Bewässerung aus eigener Kraft nicht mehr zu stemmen ist. Das geht aus einer Pressemitteilung der Verwaltung hervor.

Der Erholungsort befindet sich damit in guter Gesellschaft, denn er ist nicht die erste Kommune, die auf tatkräftige Mithilfe der Einwohner setzt. Seit Monatsbeginn haben sich zahlreiche Städte mit diesem Ansinnen an ihre Bewohner gewandt. Allen voran die Bundeshauptstadt Berlin mit ihren vorgeblich 430 000 Straßenbäumen. Es folgen Metropolen wie Hamburg, Düsseldorf und Nürnberg, Städte im Norden und Süden der Republik ebenso wie im Westen und Osten.

Offizielle Unterstützung gibt´s vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Dessen Präsidentin Beate Jessel hat nicht nur die Bürger zum Gießen aufgerufen, sondern auch gleich eine Mengen-Empfehlung mitgeliefert: „Zwei bis drei Eimer täglich sollten an den Stammfuß der Straßenbäume gekippt werden.“

Die Verwaltung des Erholungsortes bittet die Bürger nicht nur um Unterstützung, sondern gibt auch Tipps. So sollte, wenn möglich, auf Brunnenwasser zurückgegriffen werden. Nicht nur junge beziehungsweise neu gepflanzte Bäume würden auf zusätzliche Bewässerung angewiesen sein. Auch ältere Bäume und Grünflächen an den Straße würden sich über das erquickende Nass freuen.

Dabei sollte, so rät die Verwaltung, vorzugsweise „am frühen Morgen oder nach Sonnenuntergang gegossen werden“. Weil die Erdkruste durch die Trockenheit wasserabweisend wirke, sei es sinnvoll, den Baum zunächst anzugießen und zu warten, bis die Feuchtigkeit in den Boden eingezogen ist.

Im Internet finden sich Hinweise, welcher Baum wie viel Wasser am Tag benötigt. Fichten sind mit rund zehn Litern eher genügsam. Eine Buche benötigt 30, eine Eiche 40 Liter am Tag. Was immer noch bescheiden gegenüber dem „Durst“ einer Birke ist. Die „säuft“ bei großer Hitze weit über 100 Liter Wasser am Tag.

Bei Obstbäumen kommt ein zweiter Aspekt mit ins Spiel: die Früchte. So kann es passieren, dass flach wurzelnde Apfelbäume bei großer Trockenheit Früchte abwerfen. Wie bei der Kirsche gilt: je größer der Baum, deste großer der „Durst“. Um die 30 Liter pro Tag sollten es schon sein.

Wer jetzt noch wissen will, wie schnell das Gießwasser aus dem Boden oben in der Baumkrone ankommt: Je nachdem. Das hängt vom Leitungsdurchmesser ab. Nadelbäume kommen auf ein bis zwei Meter in der Stunde, Eine Buche auf einen Meter und eine Eiche auf 44 Meter. Das hat jedenfalls die Arbeitsgemeinschaft österreichischer Holzwirtschaft ermittelt.

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