Konzert der „Tanzenden Finger“
Publikum spürt die Freude am Spiel

Lienen -

Wer meint, die Musik von Akkordeons sei altbacken, der wurde am Samstag eines besseren belehrt. Das Konzert der „Tanzenden Finger“ bewies, dass das Handzuginstrument vielen Musikstilen gerecht werden kann. Die Begeisterung der Vortragenden, die unter der Leitung von Finn Scharf musizierten, übertrug sich von der ersten Minute an auf die Zuhörer in der evangelischen Kirche.

Montag, 01.10.2018, 16:42 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 06:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 01.10.2018, 16:42 Uhr
Außergewöhnliche Klangerlebnisse ermöglichten die Mitglieder des Akkordeonorchesters „Tanzende Finger“ den Besuchern ihres Konzertes „Mein Lieblingsstück“ in der evangelischen Kirche in Lienen.
Außergewöhnliche Klangerlebnisse ermöglichten die Mitglieder des Akkordeonorchesters „Tanzende Finger“ den Besuchern ihres Konzertes „Mein Lieblingsstück“ in der evangelischen Kirche in Lienen. Foto: Anne Reinker

Ein ausgewähltes Repertoire boten die Instrumentalisten an. Das war dem Umstand zu danken, dass jedes Mitglied einen Wunschtitel in die Probenarbeit gab. So kam ein recht persönliches Repertoire zusammen, das zu Recht den Titel „Mein Lieblingsstück“ bekam.

Als Moderator hieß Dieter Deffert das Publikum willkommen. Nina Aufderhaar , Vorsitzende der „Tanzenden Finger“, begrüßte die Zuhörer und freute sich, gemeinsam mit ihren Mitstreitern in der Kirche, die ein ganz besonderes Klangerlebnis möglich mache, auftreten zu dürfen. „Ich hoffe, dass spüren Sie auch“, sagte sie.

Wie Mozart „up to date“ klingen würde, ein Liederwunsch von Anke Riedemann-Preuss, machten die Musiker mit ihrem Auftakt vor. Und wie könnte man sich einen Tango wie beim „Ambassador“ schöner vorstellen als mit den Tönen eines Akkordeons? Dieser Meinung war gewiss nicht nur Heinrich Winkler, der sich dieses Stück gewünscht hatte, sondern auch die zahlreichen Zuhörer.

Sicherlich so noch nicht gehört hatte man die Songs von Elvis. Mit einem Medley des Sängers, eine Herzensangelegenheit von Peter Stenzel, überzeugten die Akkordeonisten mit ihrem instrumentalen Können. Einen Rock`n´Roll so zu präsentieren, mochte umfangreiche Probenarbeit bedeuten. Mit dem Schlagzeug setzte Rebecca Karmann markante Zwischentöne.

Weil er gerne früher mit Plastikflugzeugen spielte, hatte sich Alfred Haudek den Fliegermarsch auserwählt. Insgesamt 14 Beiträge waren es, die die Auftretenden meisterten, darunter auch ein Mix von Klaus Doldinger, der große TV-Titelmelodien komponierte. Die „Tatort“-Musik wie auch den Soundtrack von „Das Boot“ brachten die „Tanzenden Finger“ auf die Klaviatur ihres Akkordeons.

„Es ist gleichbedeutend mit der Freude am Spiel“, so Reni Lindemann-Deffert zu ihrem Wunsch, den Säbeltanz zu spielen. Vor 13 Jahren spielte das Orchester dieses Stück erstmals in einem Konzert. Ein Werk, das schon aufgrund seines Tempos für Begeisterung im Publikum sorgte. „Schaffen wir das schneller als das ungarische Staatsorchester“, fragte Dieter Deffert zum Amüsement der Spieler. Auch wenn niemand die Zeit maß: Schnell waren sie auf jeden Fall.

Für außergewöhnliche „Gänsehaut“-Momente sorgte Talea Hurtig, die den Song „Music“ mit glasklarer Stimme intonierte. Und „Gabriella`s Song“, ein Wunsch der Vorsitzenden, begleitete die junge Gesangsstudentin sogar auf Schwedisch.

Das Repertoire mit Klassik, Rock, Pop und Schlager konnte sich hören lassen. Das zeigte immer wieder das Publikum, indem es klatschte und rhythmisch mit den Füßen wippte. Die Akkordeon-Spieler hatten mit ihrem Musikgeschmack den Nerv der Besucher getroffen. Ein über zweistündiges Akkordeonkonzert, das nicht abwechslungsreicher hätte sein können.

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