Frauenförderplan: In der Verwaltung ist schon viel erreicht
Gelungene Gleichstellung

Lienen -

Um in Sachen Gleichstellung voranzukommen, hat die Gemeinde Lienen seit 18 Jahren einen Frauenförderplan. In dem sind unter anderem familienfreundliche Regelungen festgelegt. Und auch, dass bei der Stellenbesetzung bei gleicher Eignung weibliche Bewerberinnen der männlichen Konkurrenz vorzuziehen sind.

Freitag, 12.10.2018, 17:44 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 18:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 17:44 Uhr
Eine 50-prozentige Besetzung der Stellen mit Frauen ist das Ziel des Frauenförderplans der Gemeinde. Abgesehen von der Verwaltungsspitze ist das Ziel erreicht.
Eine 50-prozentige Besetzung der Stellen mit Frauen ist das Ziel des Frauenförderplans der Gemeinde. Abgesehen von der Verwaltungsspitze ist das Ziel erreicht. Foto: Kreis Warendorf

Tatsächlich hat sich in der Gemeindeverwaltung in den vergangenen Jahren einiges getan, was die Frauenquote betrifft. Da geht aus dem aktuellen Personalentwicklungsbericht hervor, der jetzt im Rat diskutiert wurde. Demnach befinden sich unter den 14 Mitarbeitern im gehobenen Dienst (ab Gehaltsklasse E9b) acht Frauen, was einer Quote von 55,6 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2000 eine Steigerung von 33 Prozent.

In den darunterliegenden Gehaltsklassen sieht es ganz ähnlich aus: Von 45 Beschäftigten sind 25 weiblichen Geschlechts. Berücksichtigt man die höhere, Teilzeit-Quote bei Frauen ergibt sich unterm Strich ein Frauenanteil von 49,6 Prozent.

So weit so gut, könnte man meinen. Wäre da nicht die Sache mit der Führungsspitze im Rathaus: Denn die ist mit Bürgermeister Arne Strietelmeier, Daniel Püttcher (Kämmerei und Wirtschaftsförderung), Christian Brüger (Ordnung und Soziales) sowie Sebastian Döring (Bauen und Planen) rein männlich besetzt.

Hat die Verwaltung angesichts dieser frauenlosen Spitze ein Gleichstellungsproblem? Die Personalratsvorsitzende Anja Schmidt war gestern ob dieser Anfrage seitens der WN etwas überrascht, haben ihre Medienkontakte in der Regel doch etwas mit Kultur und Tourismus zu tun. Gleichwohl gibt sie Antwort: „In den Ausschreibungen steht immer drin, dass Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden. Und auch für Mütter gelten hier im Haus flexible Regelungen, etwa wenn ein Kind krank ist.“ Uns sie schiebt noch schnell hinterher: „Das gilt für Väter aber genauso.“

Dass es in Sachen Gleichstellung Beschwerden gegeben habe, sei ihr nicht bekannt, sagt die Leiterin der Tourist-Information, die dem Personalrat seit zwei Jahren angehört. „Die Frauen sind bei uns ja auch ganz gut vertreten.“

Zurück zur Führungsspitze: Was den Bürgermeister betrifft, da hat bei der Kommunalwahl 2015 der Wähler entschieden, ohne dass er eine Quote berücksichtigen musste. Was die Fachbereichsleiter betrifft, ist die männliche Dominanz wohl in erster Linie der Auswahl der Bewerber geschuldet. Strietelmeier: „Als wir letztes Jahr einen neuen Bauamtsleiter gesucht haben, hatten wir 22 Bewerbungen – alles Männer.“

Die Fraktion des Bündnisses konnte sich mit der Fortschreibung des Frauenförderplanes offensichtlich dennoch nicht hundertprozentig anfreunden und enthielt sich als einzige bei der Abstimmung.

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