Erzählcafé im Kirchsaal der evangelischen Kirche
Wie wurde an früher erinnert?

Lienen -

Unter dem Oberthema „Leben in Lienen – nach Flucht und Vertreibung im Westen angekommen. . .“ steht das nächste Erzählcafé, das am Donnerstag, 8. November, um 15 Uhr im Kirchsaal der evangelischen Kirche stattfindet. Erzähler, Zuhörer und Interessierte sind willkommen.

Donnerstag, 01.11.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 01.11.2018, 09:00 Uhr
Dieses Foto aus der Nachkriegszeit stammt von einem Treffen, wie sie vielerorts vom Bund der Vertriebenen organisiert wurden.
Dieses Foto aus der Nachkriegszeit stammt von einem Treffen, wie sie vielerorts vom Bund der Vertriebenen organisiert wurden. Foto: Privat

Bei dem Treffen soll laut Ankündigung der Erinnerungskultur in den damaligen Flüchtlingsfamilien nachgespürt werden. Im Mittelpunkt stehen die Familientreffen, die Teilnahme an Treffen von Landsmannschaften und die täglichen Erinnerungsstereotypen, die zum Alltagsgespräch in der Familie gehörten.

Wie stellte sich das Leben in den 50er und 60er Jahren in Westdeutschland dar, nachdem doch auf Flüchtlingsfamilien Erinnerungen an schwere Erlebnisse und teilweise noch immer Belastungen lagen? Gab es wirklich eine innere Ankunft in der neuen Zeit, am neuen Ort?

Durch das Erzählen wird man selbst zu einem nachträglichen Beobachter der erlebten Situation. Dadurch konnten sich Wunden aus der damaligen Zeit schließen, doch gleichzeitig entstanden auch neue Erzählungen, die die innere Ankunft und die Begegnung mit den Einheimischen erschweren konnten, heißt es in der Ankündigung weiter.

In vielen Flüchtlingsfamilien gab es den Widerspruch zwischen den Erzählungen vom Zuhause der Eltern: Sehnsüchten und Idealisierungen der Vergangenheit standen das reale Leben in Armut, schlechten Wohnverhältnissen und vielfach der Trennung von anderen Teilen der Großfamilie, die es woandershin verschlagen hatte, gegenüber. So war es ein Leben zwischen Früher und Heute. Und es war ein Leben zwischen der Trauer zu Hause und der Welt draußen, die nichts von dieser Trauer wissen wollte.

Auch Unaussprechliches habe damals sehr präsent sein können. Das Gefühl der Entwurzelung bei Kindern aus Vertriebenenfamilien habe in dem neuen Umfeld allein durch die Anpassungsschwierigkeiten und Fremdheitserfahrungen der Älteren entstehen können.

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