Stauanlage Ibershoff wird umgestaltet
Rückbau dauert etwa zehn Wochen

Lienen -

Seit Jahren werden Maßnahmen umgesetzt, um die EU-Wasserrahmenrichtlinien zu erfüllen. Ein Ziel dieser Vorgaben ist es unter anderem, den ökologischen Zustand hiesiger Gewässer, Bäche, Seen und auch des Grundwassers zu verbessern und damit den Lebensraum von Fauna und Flora zu stärken. Im Kreisgebiet gibt es an mehreren Stellen Handlungsbedarf. Durch die Untere Wasserbehörde des Kreises werden Staubauwerke in Fließgewässer umgebaut, um die Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen wiederherzustellen. Anfang der Woche begann eine Baumaßnahme am örtlichen Mühlenbach an der Stauanlage Ibershoff.

Dienstag, 04.12.2018, 23:32 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 15:36 Uhr
Diese vom Westfälisch-Lippischen Landschaftsverband, Arbeitsgemeinschaft der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe (WuB), zur Verfügung gestellte Grafik soll den Verlauf der Stauanlage und die geplanten Arbeiten verdeutlichen.
Diese vom Westfälisch-Lippischen Landschaftsverband, Arbeitsgemeinschaft der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe (WuB), zur Verfügung gestellte Grafik soll den Verlauf der Stauanlage und die geplanten Arbeiten verdeutlichen. Foto: WuB Münster

Zu einer letzten Zusammenkunft, bevor die Bagger anrollen, trafen sich die Verantwortlichen jetzt zwecks Begutachtung des Bauprojektes. Daran beteiligt sind das Umwelt- und Planungsamt sowie die Untere Wasserbehörde des Kreises, die Bezirksregierung, die Arbeitsgemeinschaft Wasser- und Bodenverbände (WuB), der Unterhaltungsverband (UVP) Lienener Mühlenbach, das beauftragte Unternehmen Vornholt, die Eigentümerin sowie die örtlichen Anwohner.

Die Stauanlage Ibershoff, mit der früher eine Kornmühle betrieben wurde, liegt eingebettet in einem Bereich des Mühlenbaches, in dem sich große Abschnitte bereits in einem guten ökologischen Zustand befinden.

„Die Stauanlage hat unter dem Starkregen der vergangenen Jahre gelitten“, sagte Carsten Spieker (UVB Lienener Mühlenbach). Doch nicht das allein sei der Grund für die künftigen Arbeiten. Die baufällig gewordene Installation soll für Tiere durchgängig gestaltet werden.

Der Plan sieht vor, dafür die gesamte Anlage zurückzubauen. Den „Sohlhöhenunterschied“ am Absturzbauwerk von über einem Meter wollen die Experten durch ein Raugerinne (eine Fischaufstiegs-Anlage, die komplett oder bei der nur die Sohle sehr rau ausgebildet ist) mit Störsteinen (Flusssteine zur Förderung der Eigendynamik des Gewässers, zur Sauerstoffanreicherung und als Totholzfänger) über eine Länge von rund 90 Metern überwinden. In dem Gerinne können Fische und Kleinstlebewesen aufsteigen, ähnlich wie bei einer Fischtreppe.

Der Hochwasserschutz für ein angrenzendes Wohngebäude wird sich in diesem Rahmen ebenfalls verbessern, erklärte Marcel Pfeil (AG WuB): „Den Gebäudeteil unten werden wir anschütten und das Geländeniveau anziehen.“ Für die gesamte Maßnahme hat die Eigentümerin das bestehende Staurecht aufgegeben. Die Bauarbeiten übernimmt die Firma Vornholt aus Borken. Die Planung und Bauüberwachung der Maßnahme obliegt der AG der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe aus Münster.

Die Kosten für die Umbaumaßnahme betragen rund 96 000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu 80 Prozent durch Fördermittel des Landes NRW, der Kreis Steinfurt trägt den Eigenanteil. „Zusammen mit dem Kreis können wir das angehen“, so Carsten Spieker. Die Verantwortlichen rechnen mit etwa zehn Wochen Bauzeit.

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