Wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildern
25-Jähriger erhält Bewährungsstrafe

Lienen/Tecklenburg -

Wegen des vorsätzlichen Besitzes von kinderpornografischen Bildern hat das Amtsgericht Tecklenburg einen 25-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt. Vorsätzlich deshalb, weil der junge Mann rundheraus abstritt, von den insgesamt 49 Fotos, die den sexuellen Missbrauch von vier- bis zwölfjährigen Mädchen zeigen, gewusst zu haben.

Sonntag, 20.01.2019, 21:25 Uhr aktualisiert: 20.01.2019, 21:30 Uhr
Wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildern: 25-Jähriger erhält Bewährungsstrafe
(Symbolfoto) Foto: Peter Förster dpa

Die Bilder waren auf dem Handy, das Beamte im Mai 2018 bei der Durchsuchung der früheren Wohnung des Mannes in Lienen fanden. Der 25-Jährige will das Gericht am Freitag aber glauben machen, dass er das Handy über einen Online-Marktplatz erworben und erst einen Tag zuvor bekommen hatte. „Wir haben leider nichts darüber, wer es vorher besessen hat“, erklärte seine Verteidigerin. „Er war glaubhaft erschüttert, als er die Bilder gesehen hat“, fuhr sie fort.

„Wer soll das denn glauben“, fragte der Richter. Die Auswertung hatte ergeben, dass das Handy schon Wochen zuvor im WLAN-Netz nahe der früheren Wohnung des Mannes eingeloggt gewesen war. Zudem sei der letzte SIM-Karten-Wechsel im März erfolgt, sagte der IT-Fachmann aus, der das Gerät untersucht hatte. Der Angeklagte hatte behauptet, er habe seine Karte nach Erhalt des Handys Anfang Mai eingesetzt.

2012 bereits verurteilt

Weiter führte der IT-Experte aus, dass kinderpornografische Fotos nicht nur auf dem Handy, sondern Monate zuvor auch auf der Karte gespeichert worden waren.

Für das Gericht waren das zu viele Zufälle. Mehrfach machte der Richter dem 25-Jährigen deutlich, dass er Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Einlassung habe. Der Vater einer kleinen Tochter beharrte dennoch darauf, nicht zu wissen, wie das alles zustande gekommen sei.

Er war schon im Jahr 2012 als Heranwachsender wegen sexuellen Missbrauchs in neun Fällen zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Strafverschärfend wirkte sich das alte Urteil allerdings nicht aus, weil es im Bundeszentralregister nach fünf Jahren getilgt worden war.

Keine sexuellen Übergriffe

Zu den Bewährungsauflagen gehören die Zahlung einer Geldbuße von 1500 Euro an die Landeskasse sowie die erneute Aufnahme einer Tätertherapie. „Das Problem besteht weiter“, war der Richter überzeugt, dass die dreijährige Therapie nach der ersten Verurteilung nicht gereicht habe.

Den Stein respektive das Verfahren ins Rollen gebracht hatte eine Mutter, auf deren zehnjährige Tochter der Angeklagte aufgepasst hatte. Er hatte das Kind mehrfach über Whats­app aufgefordert, ihm Fotos von sich zu schicken. Im Rahmen der Auswertung des Handys war auch ein Video wiederhergestellt worden, das den 25-Jährigen beim Masturbieren zeigt, unter dem Namen des Kindes als „Video für...“ gespeichert, allerdings wohl nicht abgeschickt worden war. Sexuelle Übergriffe auf das Mädchen hatte es aber nicht gegeben.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr beantragt, die Verteidigerin hatte um eine milde Bestrafung gebeten.

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