Höste: Pro Teuto kritisiert Dyckerhoff
Grundwasserschutz ist ein „Grund zur Sorge“

Lienen/Lengerich -

Die Bürgerinitiative Pro Teuto wendet sich erneut entschieden gegen die Rodungspläne der Firma Buzzi/Dyckerhoff in Höste und befürchtet, dass unmittelbar nach den Teilrodungen auf dem Hohner Berg jetzt vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor.

Montag, 21.01.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 17:01 Uhr
Die von Dyckerhoff angekündigten Rodungen und die geplante Verlegung des Hermannsweges sind für Pro Teuto Anlass, auf die Grundwasser-Problematik hinzuweisen.
Die von Dyckerhoff angekündigten Rodungen und die geplante Verlegung des Hermannsweges sind für Pro Teuto Anlass, auf die Grundwasser-Problematik hinzuweisen. Foto: ws

„Es ist ein berechtigtes Interesse vieler hier lebender Menschen, dass die Einhaltung der Auflagen der Abgrabungsgenehmigung aus 1999 genau überprüft wird, bevor erneut große Waldflächen zur Rodung freigegeben werden“, heißt es in dem Text.

Pro Teuto fordere deshalb die Bezirksregierung Münster und den Kreis Steinfurt auf, den Vollzug der geplanten Rodungen im Teutoburger Wald auszusetzen, bis die Einhaltung aller Auflagen und Nebenbedingungen der Abgrabungsgenehmigung geprüft - und das Prüfergebnis öffentlich bekannt gegeben wurde. Die Bürgerinitiative weist darauf hin, dass der an die Rodungsfläche angrenzende Buchenwald dem Schutzregime der europäischen FFH-Richtlinie 92/43/EWG unterliegt und zahlreiche bedrohte Pflanzen und Tierarten beherbergt.

Besondere Sorge bereite vielen Bürgern, Landwirten und Anwohnern der Schutz des Grundwassers. Die bewaldete Bergkuppe spiele eine sehr wichtige Rolle beim Auffangen des Niederschlagwassers und seiner Ableitung in den Grundwasserleiter. Die unter der Bergkuppe liegenden wasserführenden Cenoman-Kalkschichten würden durch den fortschreitenden Kalkabbau abgetragen, wodurch erhebliche Einflüsse auf die Grundwasserstände sowie auf die Quellen zu befürchten seien. Zur laufenden Bewertung der Auswirkungen des Kalkabbaus auf das Grundwasser seien kontinuierliche Messungen in einem Netz repräsentativer Grundwassermessstellen erforderlich. Das fordere die Abgrabungsgenehmigung in einem „hydrogeologischen Beweissicherungskonzept“.

Da aber im Steinbruch Lienen-Höste auf einer Fläche von zirka 64 Hektar nur eine einzige derartige Grundwassermessstelle vorhanden ist, wird bezweifelt, dass die Behörden überhaupt in der Lage sind, den Schutz des Grundwassers zu überwachen. Der Versuch von Pro Teuto, mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Münster nähere Informationen zumindest zu dieser einen Messstelle zu erhalten, sei gescheitert, da die Firma Betriebsgeheimnisse geltend gemacht habe.

Dass die Firma Buzzi/ Dyckerhoff angekündigt hat, den historischen Hermannsweg jetzt zu verlegen, obwohl Mitglieder des Gemeinderats in Lienen die Firma eindringlich gebeten hatten, den bewaldeten Höhenzug für den Tourismus zu erhalten, verärgere viele Bürger und mache deutlich, dass langfristig nur gemeinsame Anstrengungen der Bürger die Lebensqualität in Lienen, Lengerich und Umgebung sichern könnten.

 

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