Landfrauen hören Vortrag
Ein Pferd galt mehr als eine Frau

Lienen -

„Ein Pferd galt mehr“, sagte Bernd Robben. Damit verglich der Autor des Buches „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen“ nicht etwa die Bedeutung des Viehs auf den landwirtschaftlichen Betrieben, sondern bezog sich auf die Wertstellung der Frauen in den Heuerfamilien im 18. bis 20. Jahrhundert.

Freitag, 15.02.2019, 12:39 Uhr aktualisiert: 15.02.2019, 18:02 Uhr
Die Landfrauen Anneliese Hage (links) und Inge Sowolewski begrüßten Heimatkundler Bernd Robben als Referenten zum Thema Heuerlingswesen.
Die Landfrauen Anneliese Hage (links) und Inge Sowolewski begrüßten Heimatkundler Bernd Robben als Referenten zum Thema Heuerlingswesen. Foto: Anne Reinker

Nach jahrelangen Recherchen brachte Robben , gemeinsam mit Helmut Lensing , das Werk rund um das Heuerlingswesen heraus. Sein Wissen darüber gab er bei einer Versammlung der Landfrauen weiter.

Es war einer der letzten Vorträge, die Bernd Robben über das Heuerlingswesen halten möchte. Er sei auf einem Gehöft mit Heuerhaus aufgewachsen, erzählte er. Diese Familien seien eine „große Bevölkerungsgruppe“ gewesen. Die Lage der Hofbesitzer beschrieb Robben so: „Bekommt ein Mensch Macht, ist er auch bestrebt, diese auszuüben.“ Die Größe des Hofes sei der Gradmesser für das Ansehen des Bauern gewesen.

Darum habe es auch bei der Brautschau geheißen: „Hektar besteht, Schönheit vergeht“, was sich auf die Bedeutung des Elternhauses der Braut bezog. Eine Ehe zwischen den sozialen Schichten war daher undenkbar. In den Besitz zu kommen, sei aber auch immer das Bestreben der Heuerleute gewesen, denn „ohne Besitz war man nichts“, so der Heimatkundler.

Zu der Zeit war die Unterbringung mehrerer Heuerfamilien in einem Haus keine Seltenheit. Die Frau, obwohl ihr Aufgabenbereich in heutigen Zeiten mit einer „Familienmanagerin“ zu bezeichnen wäre, spielte eine untergeordnete Rolle. Arbeit auf dem Feld und im Haus wie auch die Erziehung der Kinder waren nur einige der Verantwortlichkeiten. „Das mussten wir früher auch alles machen“, kommentierte eine der Landfrauen diesen Teil des Vortrages.

Diskussionsstoff zum anschließenden gegenseitigen Austausch gab es mit den Berichten von Bernd Robben für die Zuhörerinnen genug. Mehrere der Frauen bestätigten die Aussagen des Referenten aus eigenen Erfahrungen oder Erzählungen aus dem Verwandtenkreis.

Das nächste Treffen der Landfrauen findet am Mittwoch, 22. Mai, statt. Eine Tagesfahrt führt die Mitglieder nach Düsseldorf.

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