Ohne Freiwillige kein Lotsendienst
Zehn Helfer müssten es schon sein

Lienen -

Die „Verkehrshelfer“-Schilder hängen immer noch an der Kattenvenner Straße. Und das, obwohl es den Lotsendienst schon seit geraumer Zeit nicht mehr gibt. Bernd-Walter Rausch, dessen Frau seinerzeit zu den Aktiven mit Warnweste und Kelle gehörte, nahm die Einwohnerfragestunde in der jüngsten Ratssitzung zum Anlass, einfach mal genau darauf hinzuweisen.

Dienstag, 12.03.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 18:54 Uhr
Ein Foto aus dem Jahr 2017. Das Equipment ist noch da, allein an Personal mangelt es derzeit. Somit müssen die Grundschüler morgens ohne die Hilfe von Erwachsenen die Kattenvenner Straße überqueren.
Ein Foto aus dem Jahr 2017. Das Equipment ist noch da, allein an Personal mangelt es derzeit. Somit müssen die Grundschüler morgens ohne die Hilfe von Erwachsenen die Kattenvenner Straße überqueren. Foto: Wilhelm Schmitte

Verbunden mit der Frage, ob die Schilder auf Dauer dort hängen bleiben sollen. Worauf Bürgermeister Arne Srietelmeier antwortete, man werde das an den zuständigen Straßenbaulastträger weitergeben, da es sich nicht um eine Gemeindestraße handelt.

Aber wie steht es eigentlich um dem Lotsendienst, der schon mehrfach eingeschlafen und dann wiederbelebt wurde? Die WN fragten bei Grundschulleiterin Annette Füllborn nach. „Es ist noch alles da, Warnwesten, Kellen und Versicherungsschutz gibt es auch. Es fehlen nur die Leute.“

Die Erfahrung habe gezeigt, dass man einen Pool von mindestens zehn Lotsen brauche, um den Dienst zuverlässig gewährleisten zu können. Füllborn: „Früher haben sich immer Hauptschüler beteiligt, aber die Hauptschule existiert ja nicht mehr.“ Es gebe derzeit wieder Bestrebungen, Freiwillige für den Lotsendienst zu finden, aber das sei schwierig.

Bernd-Walter Rausch würde sich hingegen freuen, wenn vor einer möglichen Demontage der Schilder auch von politischer Seite versucht würde, den Helferdienst „zur Sicherheit unserer Grundschüler“ wieder ins Leben zu rufen: „Im Jahr 2003 ist der Dienst aus Kostengründen – die Verwaltung zahlte den Mitgliedern bis dahin eine sehr geringe Aufwandsentschädigung – eingestellt worden. Zum Schuljahr 2016/17 ist er von einer privaten Person wieder angeleiert worden, leider nicht für lange Zeit und ohne Bezahlung, also rein ehrenamtlich.“

Vor zwei Jahren sei in einer Ausschusssitzung noch einmal appelliert worden, für den Helferdienst Reklame zum machen. Rausch: „Nur, wer die machen sollte, wurde nicht gesagt. Von dieser Reklame habe ich nie etwas gehört oder gelesen – leider.“ Für ihn stelle sich daher die Frage, ob man den Dienst überhaupt noch haben wolle.

Diese Frage stellt sich Ordnungsamtseiter Christian Brüger nicht, denn keineswegs habe die Gemeinde etwas gegen den Lotsendienst. Aber eines habe die Erfahrung gezeigt: „Ohne Hauptschüler und nur mit Eltern – keine Chance.“

Was die Situation an der Kattenvenner Straße sicherlich etwas entschärft hat, ist die Einführung von Tempo 30 und das Aufstellen einer Geschwindigkeitsmessanlage mit großer Anzeige. „Ich habe schon den Eindruck, dass seitdem dort langsamer gefahren wird“, sagt Annette Füllborn. Dennoch wäre sie froh, wenn sich wieder genügend Freiwillige finden, die die Schüler morgens sicher über die Kattenvenner Straße geleiten.

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