Bau- und Planungsausschuss
Zu städtisch für Lienen?

Lienen -

Wie soll das Jägerhof-Areal gestaltet werden? Es gibt einen Investor aus Ostbevern. Dessen Pläne stoßen bei vielen Lienenern auf Kritik. Montag berät der zuständige Fachausschuss – öffentlich

Mittwoch, 13.03.2019, 19:21 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 19:30 Uhr
Die geplanten Neubauten für das Jägerhof-Areal haben bereits für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Etliche Bürger haben im Rahmen der Offenlegung der Pläne von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Stellung zu dem Vorhaben eines Investors aus Ostbevern zu beziehen.
Die geplanten Neubauten für das Jägerhof-Areal haben bereits für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Etliche Bürger haben im Rahmen der Offenlegung der Pläne von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Stellung zu dem Vorhaben eines Investors aus Ostbevern zu beziehen.

Wenn der Planungs- und Bauausschuss am Montag, 18. März, ab 18 Uhr im Haus des Gastes tagt, wird die Zukunft des Jägerhof-Areals eines der beherrschenden Themen ein. Wie berichtet, plant ein Investor aus Ostbevern den Abriss der traditionsreichen Wirtschaft und die Errichtung mehrerer neuer Gebäude, teils zu Wohnzwecken, teils für gewerbliche Nutzung.

Der Einladung zu der Sitzung sind die Eingaben von Bürgern beigefügt, die im Rahmen der Offenlegung der Pläne Stellung bezogen haben. Eines vorweg: Alle äußern massive Bedenken oder lehnen das Vorhaben, so wie es geplant ist, ab.

Einige Kritikpunkte kommen dabei immer wieder zur Sprache. Sie betreffen allen voran das Erscheinungsbild gerade an dieser im Lienener Ortskern so prominenten Stelle, die vergleichsweise hohe Anzahl an Wohnungen sowie die Nachweispflicht von nur einem Stellplatz pro Wohneinheit und die deshalb zu befürchtende Verschärfung der Verkehrs- und Parkplatzsituation.

Zum Baukörper inklusive Erscheinungsbild heißt es in einer Stellungnahme: „Es ist falsch, wenn die Planungsfirma eine städtische Bebauung vorsieht, obwohl wir ein Dorf sind mit zirka 3500 Einwohnern.“ Mehrfach wird als Beispiel dafür, wie man es besser machen könnte, das ehemalige Pfarrhaus an der Kirche angeführt, dessen alte Fassade stehen geblieben ist und in den Neubau integriert wurde.

Überhaupt geht aus etlichen Stellungnahmen hervor, dass der Jägerhof als ortsbildprägendes Gebäude zur Identifikation mit dem Dorf beiträgt. „Statt alte Gebäude abzureißen und Wohn­blöcke zu bauen, wie es in Lienen ja leider schon seit einiger Zeit geschieht, braucht es alternative Konzepte, die das Gemeinschaftsgefühl fördern. (...) Aber vor allem die touristische Attraktivität durch charakteristische Gebäude, Mauern, Brunnen, Wege und Plätze, die dem Dorf sein individuelles Aussehen verleihen, sollten im Fokus stehen“, heißt es dazu in einer Stellungnahme. Als Beispiele dafür, wo das gelungen ist, werden Tecklenburg und Bad Iburg angeführt. Ein anderer Verfasser fordert, dass „der Denkmalwert des Gebäudes oder seiner Grundmauern“ geprüft werden.

Die Verwaltung hat aus jeder Stellungnahme die wesentlichen Aussagen herausgefiltert, separat aufgeführt, mit einer Abwägung und auch einem Beschlussvorschlag für den Ausschuss versehen. Durchweg empfiehlt die Verwaltung, die Stellungnahmen entweder nicht aufzugreifen oder aber die enthaltenen Anregungen abzulehnen. Einzige Ausnahme: Ein Anwohner hatte aus Furcht vor Verschattung seines Grundstücks angeregt, die maximale Dachneigung auf 40 Grad herabzusetzen, was die Verwaltung „im Sinne des Interessenausgleichs und der Abwägung mit nachbarlichen Belangen“ als angemessen erachtet.

Die sogenannten Träger öffentlicher Belange haben laut Verwaltungsvorlage keine grundsätzlichen Bedenken gegen die vom Investor vorgelegte Planung.

Bereits in der jüngsten Ratssitzung hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Stehr davor gewarnt, das Projekt durch zu viele Restriktionen möglicherweise zu blockieren: „Wir haben ja an anderer Stelle schon gesehen, dass das unerfreuliche Folgen haben kann.“

In der Stellungnahme eines Bürgers heißt es hingegen: „Für mich ist es nicht vorstellbar, dass von Lienener Mitbürgern gewählte Gemeindevertreter der Änderung (des Bebauungsplans) zustimmen, obwohl sie von einer großen Zahl von Mitbürgern eine gegenteilige Meinung erfahren haben.“

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