Treffen der Abschlussklasse 1954
Von geputzten Holzschuhen und langen Schulwegen

lIenen-Kattenvenne -

Das ist eine Gemeinschaft, die gepflegt wird: Die Abschlussklasse von 1954 der evangelischen Volksschule Kattenvenne 2 kam am Samstag und damit 65 Jahre nach dem letzten Schultag in der Gaststätte Gravemeier zusammen. Mittlerweile trifft man sich jedes Jahr, um den Klassenverband und die Erinnerungen aufrecht zu erhalten.

Montag, 18.03.2019, 06:47 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 18:00 Uhr
Die ehemaligen Mitschüler der Abschlussklasse 1954 der Volksschule Kattenvenne 2 kamen zu einem Klassentreffen zusammen.
Die ehemaligen Mitschüler der Abschlussklasse 1954 der Volksschule Kattenvenne 2 kamen zu einem Klassentreffen zusammen. Foto: Anne Reinker

„1946 wurden wir eingeschult“, erzählt Adolf Huneke , einer der Ehemaligen. In den Jahren zuvor kamen aufgrund des Zweiten Weltkrieges keine Kinder in die Schule. „Mit Holzschuhen ging es damals los“, erinnert sich Huneke. „Die wurden dann aber extra geputzt für diesen Tag“, fügt Erwin Schröer hinzu. Schulbusse setzte man damals noch nicht für die Kinder ein. „Die Mutter hat uns oft mit dem Fahrrad zur Schule gebracht. Nach Hause mussten wir dann laufen“, berichtet Werner Meier. Bei ihm war das nicht ohne: Etwa zwei Kilometer wohnte er von der Schule, die mittig in Kattenvenne stand, entfernt.

Unterrichtet wurden sie von Luise Brinkmeier und Gustav Telljohann in den Fächern Schreiben, Lesen, Rechnen und Erdkunde. Die Mädchen hatten sich zusätzlich am Handarbeiten zu beteiligen, währenddessen sich die Jungs beim Fuß- und Völkerball austoben konnten.

Komfort? Fehlanzeige. „Zum Heizen sollten wir Holz mitbringen“, sagt Erwin Schröer. „Zum Feuern wurden wir dann eingeteilt“, ergänzt Adolf Huneke. Viele Erinnerungen an die Schulzeit sind bei den früheren Mitschülern noch fest verwurzelt. Für den Toilettenbesuch, natürlich ein Plumpsklo, gab es einen Weg von etwa 60 Metern zurückzulegen. Hygienische Bedenken hatte man damals noch nicht. „Einige Jahre später haben wir dann ein Dreibein mit einer Wasserschüssel darauf hingestellt bekommen“, meint Werner Meier mit einem Schmunzeln. „Das war Luxus für uns.“

Nach den acht Jahren Schulzeit ging es für die Jugendlichen auseinander. Aber nicht sehr weit. Die Jungs gingen in die Lehre in die Nähe, die Mädchen ebenso in die Ausbildung oder in die Haushalte. Noch heute wohnt ein Großteil in Kattenvenne und den umliegenden Gemeinden. Umso schöner, da deswegen viele Ehemalige zum Treffen zusammenkamen. Der Austausch über Vergangenes, aber auch Aktuelles steht neben dem gemeinsamen Mittagessen im Mittelpunkt.

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