Planungs- und Bauausschuss winkt Jägerhof-Pläne durch
Abriss ist so gut wie besiegelt

Lienen -

Der Planungs- und Bauausschuss hat in seiner Sitzung am Montagabend mit großer Mehrheit für eine Bebauungsplan-Änderung gestimmt, damit ein Investor auf dem Gelände des Jägerhofes wie geplant vier neue Gebäude errichten kann.

Dienstag, 19.03.2019, 18:42 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 18:24 Uhr
Stadtplaner Gerhard Joksch (kleines Bild oben) erläuterte den Ausschussmitgliedern und Besuchern die Pläne für die Neubebauung des Jägerhof-Areals. Nachdem der Ausschuss der erforderlichen Änderung des Bebauungsplans zugestimmt hat, dürfte der bevorstehende Ratsentscheid nur noch Formsache sein.
Stadtplaner Gerhard Joksch (kleines Bild oben) erläuterte den Ausschussmitgliedern und Besuchern die Pläne für die Neubebauung des Jägerhof-Areals. Nachdem der Ausschuss der erforderlichen Änderung des Bebauungsplans zugestimmt hat, dürfte der bevorstehende Ratsentscheid nur noch Formsache sein. Foto: msc

Neben 16 bis 20 Wohneinheiten sollen zur Hauptstraße hin auch Lokale für den Einzelhandel und Dienstleister entstehen. Insgesamt 42 Stellplätze sollen Bewohnern und Kunden zur Verfügung stehen – knapp die Hälfte davon in einer Tiefgarage mit Treppenhaus und Aufzug.

Stand ein möglicher Erhalt des Jägerhofes nicht zur Debatte, sorgten Details des Bauvorhabens für Diskussionsstoff. Das kündigte sich schon in der Einwohnerfragestunde an, als Lienens ehemaliger Bürgermeister Alfred Gintaut (SPD) das Wort ergriff und unter anderem kritisierte, dass ein Stellplatz pro Wohneinheit zu wenig sei.

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder war es allen voran Wolfgang Wieneke vom Bündnis für Ökologie und Demokratie, der die Planungen unter die Lupe nahm und von Anfang an klarstellte, dass er der von der Verwaltung vorgeschlagenen Bebauungsplan-Änderung nicht zustimmen werde. Im Grundsatz kritisierte er die „städtische Bebauung“ mit „einer zu hohen Verdichtung an dieser Stelle“ und zu wenigen Stellplätzen.

Zugegen war auch der vom Investor beauftragte Stadtplaner Gerhard Joksch aus Münster, der den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort stand. Joksch verwies darauf, dass die Stellplätze in der Tiefgarage tagsüber vorrangig den Besuchern der Geschäfte zur Verfügung stünden und nach Feierabend den Bewohnern. Ebenso stellte er klar, dass die Planung keine stärkere Verdichtung vorsehe, als der bisherige Bebauungsplan sie eh schon zulasse. Joksch machte deutlich: „Die Verdichtung entspricht den heutigen Tatsachen.“

Bezogen auf Kritik an baulichen Details warnte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Stehr – wie schon in der vergangenen Ratssitzung – davor, den Investor mit zu vielen Festsetzungen zu überziehen: „Stellt euch doch mal vor, ihr wollt bauen und dann wird euch alles Mögliche vorgeschrieben, wie euer Haus auszusehen hat“, wandte sich Stehr an die Mitglieder seiner und der anderen Fraktionen.

Zudem trage die CDU die geplante Ortskern-Verdichtung, wie sie grundsätzlich auch von der Landesregierung befürwortet werde, mit. Stehr: „Das macht ökologisch schon Sinn, wenn wir mit der Bebauung nicht immer weiter in die Fläche gehen.“ Er verspreche sich von dem Vorhaben auch eine Belebung des Ortskerns. Mit Blick auf Einzelhandel und Infrastruktur sagte Stehr, dass Lienen genauso wie Kattenvenne um jeden einzelnen Einwohner kämpfen müsse.

Zwischendurch mischte sich immer mal wieder auch Alfred Gintaut in die Debatte ein, obwohl Besucher von Ausschuss- und Ratssitzungen außerhalb der Einwohnerfragestunde kein Rederecht haben. Ausschussvorsitzender Gerhard Schomberg (CDU) ließ zunächst Gnade vor Recht walten, verwies dann aber doch auf die Geschäftsordnung.

In der zweiten Einwohner-fragestunde am Ende des öffentlichen Teils meldete sich Gintaut noch einmal ausführlich zu Wort, natürlich in Sachen Jägerhof: „Ihr werdet euch noch umgucken, wenn bei der nächsten Kommunalwahl die Freie Wählergemeinschaft antritt“, drohte er den Fraktionen. Auf WN-Anfrage teilte er gestern mit, dass er zwar nicht vorhabe, eine neue politische Kraft für Lienen aus der Taufe zu heben: „Aber ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute so unzufrieden sind, dass sich bis zur nächsten Wahl eine Freie Wählergemeinschaft gründet.“ Ihm persönlich liege am Herzen, dass Lienen seinen dörflichen Charakter bewahre. Und genau den sehe er in Gefahr.

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