Sozialseminar zum Gemeinwohl
Protagonisten provozieren mit Thesen

Lienen -

„Ricchi Tutti – Alle reich, zum (Gemein-) Wohl!“ – unter diesem Motto stand am Mittwochabend eine szenische Lesung mit anschließender Diskussion im Kirchensaal Lienen. Eingeladen hatte das Sozialseminar im Rahmen seiner Reihe Spiritualität – Mystik – Meditation.

Donnerstag, 04.04.2019, 17:34 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 16:30 Uhr
Eine besondere Diskussion: Papst Franziskus (Peter Marchal), der Künstler Josef Boys (Joachim Thönnessen) und der Befreiungstheologe José Porfirio Miranda (Wolfgang Seyfert).
Eine besondere Diskussion: Papst Franziskus (Peter Marchal), der Künstler Josef Boys (Joachim Thönnessen) und der Befreiungstheologe José Porfirio Miranda (Wolfgang Seyfert). Foto: Gernot Gierschner

Die Veranstaltung begann mit einer Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen langjährigen Leiter des Forums, Dr. Rudolf Holtkamp. Pfarrerin Susanne Nickel erinnerte an den promovierten Agraringenieur, der in vielen verschiedenen Bereichen des Kirchenkreises Tecklenburg aktiv war und sich besonders um das Sozialseminar, das er viele Jahre leitete, verdient gemacht hat.

Den Text der szenischen Lesung hat Professor Wolfgang Seyfert von der Hochschule in Osnabrück zusammengetragen. Es handelt sich größtenteils um Originalzitate der handelnden Personen, als da wären: Papst Franziskus (dargestellt von Peter Marchal), der Künstler Josef Boys (Joachim Thönnessen) und als Dritter im Bunde der Befreiungstheologe José Porfirio Miranda (Wolfgang Seyfert). „Eigentlich bin ich schon tot“, begann Josef Boys die Vorstellungsrunde der Figuren, die der Reihe nach Stellungnahmen zu ihren Positionen abgaben.

„Zum (Gemein-) Wohl – Kommunismus im frühen Christentum und was wir heute für eine Vorstellung von Reichtum haben“ war der Ausgangspunkt einer klar strukturierten Lesung, die sich in drei Themenbereiche gliederte: Ökologie, das Gemeinwohl und das Buch „Der Kommunismus der Bibel“, ein Werk Mirandas, das von Professor Wolfgang Seyfert ins Deutsche übersetzt wurde. Als Abgrenzung der einzelnen Bereiche dienten Gedichte von Dorothee Sölle, kraftvoll vorgetragen von Pfarrerin Susanne Nickel.

Die Protagonisten, allen voran Josef Boys und José Porfirio Miranda, stellten zum Teil provokante Thesen in den Raum wie: „Die ersten Christen haben kommunistisch gelebt“, „Dem Materialismus ist die Schöpfung egal“ oder die Frage „Wie kann christliche Kirche zu einer Gemeinschaft christlicher, freier Menschen werden?“. Dies bot genügend Zündstoff für eine sehr lebhafte Diskussion im voll besetzten Kirchensaal. Insgesamt also eine gelungene Veranstaltung des Sozialseminars.

Am 14. Mai geht es weiter mit dem Themenbereich Demokratie und der Frage „Es geht los, wie bilden sich Bürgerräte?“. Im Juni ist ein Abend zum Car-Sharing auf dem Land geplant.

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