Parkstraße: Rat beschließt Bebauungsplanänderung
Kein Zurück beim Jägerhof

Lienen -

Wie zu erwarten war, hat der Rat in seiner Sitzung am Montagabend die Änderung des Bebauungsplans Parkstraße mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen. Somit hat der Investor, der den Jägerhof abreißen und dort mehrere Neubauten errichten möchte (die WN berichteten), eine wichtige baurechtliche Hürde genommen.

Dienstag, 09.04.2019, 18:06 Uhr
Der Jägerhof in seiner ganzen Pracht. Mit einer selbst angefertigten Kollage (kleines Bild) versuchte Bündnis-Fraktionssprecher Georg Kubitz zu verdeutlichen, wie der geplante Neubau das Ortsbild an dieser Stelle verändern wird.
Der Jägerhof in seiner ganzen Pracht. Mit einer selbst angefertigten Kollage (kleines Bild) versuchte Bündnis-Fraktionssprecher Georg Kubitz zu verdeutlichen, wie der geplante Neubau das Ortsbild an dieser Stelle verändern wird. Foto: Michael Schwakenberg

Trotz etlicher Diskussionen in vorausgegangenen Ausschüssen und weiterer Debatten sorgte das Thema im Haus des Gastes noch einmal für ordentlich Zündstoff. Waren sich CDU und SPD in der Sache einig, hätte das Bündnis für Ökologie und Demokratie das Thema am liebsten wieder zurück an den Planungs- und Bauausschuss verwiesen. Georg Kubitz vertrat die Ansicht, dass sich CDU und SPD des Themas nicht gründlich genug angenommen hatten. „Zudem wurde die Chance verpasst, die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen“, monierte Kubitz. Mit Blick auf die prominente Lage machte er deutlich: „Wenn der Jägerhof verschwindet, muss ein Schmuckstück her.“

Nachdem CDU und SPD den Bündnis-Antrag abgelehnt hatten, ging es die Sachdiskussion, in der Kubitz eine selbst angefertigte Kollage per Beamer an die Wand warf, um Lage und Wirkung des an der Straße geplanten Neubaus zu illustrieren. Zwar war der Versuch völlig legitim, doch blieb der Schock-Effekt beim Rest des Rates aus – wohl auch deshalb, weil die Zeichnung zu wenig realistisch war.

Überhaupt zeigten sich CDU und SPD wenig beeindruckt von den Ausführungen des Bündnis-Fraktionsvorsitzenden. CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Stehr fragte: „Wer sind denn die Bürger, die sich in einem solchen Verfahren melden?“ Und gab selbst die Antwort: „Das sind doch nur die, die etwas zu meckern haben. Alle, die zufrieden sind, melden sich ja nicht. Außerdem haben wir das Thema nach einem festgelegten Verfahren sauber abgearbeitet.“

Den Vorwurf, dabei nicht gründlich gewesen zu sein, wollte auch Stehrs Fraktionskollege Gerhard Schomberg nicht im Raum stehen lassen: „Wir müssen uns hier nicht beleidigen lassen.“ Woraufhin Kubitz konterte: „Wem‘s in der Küche zu heiß ist, der sollte nicht mit dem Kochen anfangen.“

Stehrs Kritik, das Bündnis sei bei solchen Dingen „immer irgendwie dagegen, ohne etwas Konkretes zu benennen“, entgegnete Wolfgang Wieneke: „Das stimmt nicht. Wir haben von Anfang an gesagt, dass uns die Verdichtung zu hoch ist und dass zu wenige Stellplätze eingeplant sind.“ Wieneke vertrat zudem die Ansicht, dass die geplante Bebauungsplanänderung schon allein deshalb überflüssig sei, da bereits der bestehende Bebauungsplan den Abriss des Jägerhofes und den Bau neuer Gebäude zulasse.

Gegen Ende der Diskussion versuchte Bürgermeister Arne Strietelmeier zu beschwichtigen: „In den Ausschüssen hat es eine deutliche Mehrheit gegeben, das darf man nicht verkennen. Es handelt sich auch nicht um ein Haus der Gemeinde, sondern um ein privates.“ Strietelmeier berichtete auch von Gesprächen mit dem Investor, der sich Anregungen gegenüber aufgeschlossen gezeigt habe. Auch äußerte er die Hoffnung, dass ein „ortsbildprägendes und für Lienen typisches Gebäude“ entstehe. Detailfragen, etwa zur Gestaltung der Dachausbauten über den Treppenhäusern, könnten auch später im Genehmigungsverfahren noch geklärt werden.

Der vom Investor beauftragte Stadtplaner Gerhard Joksch betonte, dass der Rat in seiner Entscheidung frei sei, ob er der Änderung zustimme oder nicht. Und Bauamtsleiter Sebastian Döring verwies auf das Ziel des Landes, durch mehr Verdichtung den Flächenverbrauch zu reduzieren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6532017?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Münsters Schnäuzer auf Platz eins
Erst am Monatsende wird rasiert. Die Männer von „Münster‘s Finest“ lassen sich für die „Movember“-Bewegung einen Schnäuzer wachsen, um auf die Männergesundheit aufmerksam zu machen. Im nationalen Ranking bei den Spendengeldern belegen sie Rang eins.
Nachrichten-Ticker