Landschaftsverband kritisiert Bauvorhaben der Diakonie
Zu massiv für Lienens Ortskern?

Lienen -

Zwei Anläufe hat das Architekturbüro Krause und Partner aus Mettingen gebraucht, um den Gemeinderat von den Neubauplänen für eine Wohnanlage an der Hauptstraße unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Giebels des Hauses Kröner zu überzeugen. Auch der Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) als sogenannter Träger öffentlicher Belange hatte im vergangenen Jahr nichts einzuwenden. Das stellt sich nun anders dar.

Dienstag, 30.04.2019, 19:54 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 18:34 Uhr
Im Planungs- und Bauausschuss erläuterten Tessa Schupp vom beauftragten Ingenieurbüro Tovar aus Osnabrück und Architekt Jörg Krause, wie jetzt zusätzlich Trauf- und Firsthöhen sowie Firstrichtungen im Bebauungsplan festgelegt werden sollen, um den Bedenken des LWL zumindest teilweise Rechnung zu tragen. Die bisherigen Planungen werden davon allerdings nicht berührt.
Im Planungs- und Bauausschuss erläuterten Tessa Schupp vom beauftragten Ingenieurbüro Tovar aus Osnabrück und Architekt Jörg Krause, wie jetzt zusätzlich Trauf- und Firsthöhen sowie Firstrichtungen im Bebauungsplan festgelegt werden sollen, um den Bedenken des LWL zumindest teilweise Rechnung zu tragen. Die bisherigen Planungen werden davon allerdings nicht berührt. Foto: Michael Schwakenberg

In der Stellungnahme des LWL heißt es unter Berücksichtigung des historischen Kontextes unter anderem: „Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehen gegen die vorgelegte Planung erhebliche Bedenken aus denkmalfachlicher Sicht. Die Errichtung der Seniorenwohnanlage wird erheblich in das historisch überlieferte Ortsbild und seine städtebauliche Struktur eingreifen.“

Im Planungs- und Bauausschuss erläuterten Tessa Schupp vom beauftragten Ingenieurbüro Tovar aus Osnabrück sowie Architekt Jörg Krause, wie jetzt zusätzlich Trauf- und Firsthöhen sowie Firstrichtungen im Bebauungsplan festgelegt werden sollen, um den Bedenken zumindest teilweise Rechnung zu tragen. Dabei betonte Schupp jedoch: „Es handelt sich hier um einen Angebotsbebauungsplan und nicht um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan.“

Georg Kubitz, Fraktionssprecher vom Bündnis für Ökologie und Demokratie, schlug dennoch vor, im weiteren Verlauf des Verfahrens einen Vertreter des LWL in die nächste Sitzung des Planungs- und Bauausschusses einzuladen, um sich ausführlicher über die „massiven Bedenken“ der Behörde zu informieren. Das lehnten die anderen Fraktionen ab. Auch Bauamtsleiter Sebastian Döring machte keinen Hehl daraus, dass er auf einen solchen Besuch aus Münster am liebsten verzichten würde. Rainer Otte (SPD) betonte: „Wir haben hier doch einen guten Entwurf vorliegen.“

Döring berichtete, dass es im Vorfeld der Auslegung der Bebauungsplanänderung zahlreiche Abstimmungsgespräche gegeben habe mit ausschließlich „positiver Rückmeldung“ seitens des LWL. Den Sinneswandel dort kann er sich nur mit einem „Stellenwechsel“ erklären, den es dort gegeben habe.

Folgt der Rat in seiner nächsten Sitzung am 20. Mai der Beschlussempfehlung des Ausschusses, wird die erneute Änderung des Bebauungsplanes ausgelegt und voraussichtlich hernach beschlossen, ohne dass der LWL Gelegenheit bekommt, seine Bedenken in den politischen Gremien der Gemeinde vorzutragen.

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