Gemeindeverwaltung, Waldorfschule und Haus des Gastes
Streit um energetisches Konzept

Lienen -

Insbesondere im Bezug auf die Themen Energie und Nachhaltigkeit besprachen die Mitglieder des Umweltausschusses am Dienstag die geplante Erstellung eines integrierten energetischen Quartierskonzept „Zentrumsachse“. Die Gemeinde hat sich erfolgreich bei der Kfw-Bank für die Förderung der Maßnahme beworben. Gemeinsam mit der „energielenker Beratungs GmbH“ aus Greven soll das Konzept entwickelt und umgesetzt werden. In der Sitzung erläuterte deren Fachberater Reiner Tippkötter die Schritte der Konzeptentwicklung.

Donnerstag, 02.05.2019, 21:56 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 17:24 Uhr
Das Haus der Gemeindeverwaltung ist eines von mehreren Gebäuden, deren Energieversorgungsmöglichkeiten beim Quartierskonzept unter die Lupe genommen werden sollen.
Das Haus der Gemeindeverwaltung ist eines von mehreren Gebäuden, deren Energieversorgungsmöglichkeiten beim Quartierskonzept unter die Lupe genommen werden sollen. Foto: Wilhelm Schmitte

Die Zukunft von Rathaus, Haus des Gastes sowie der ehemaligen Hauptschule sollen dabei in den Mittelpunkt gerückt werden. „Diese Bereiche sind aber nicht in Stein gemeißelt“, meinte Tippkötter . Erst einmal erfolge eine Gesamtbetrachtung, die Energieversorgungsmöglichkeiten für öffentliche Liegenschaften und Bewertung vorhandener Energiesysteme wie auch städtebauliche Aufwertungsmaßnahmen in das Auge fasst.

Damit will man die Grundlage für die Städtebauförderung schaffen, in einer für die Bürgerschaft transparenten Vorgehensweise im Planungsprozess, wie Reiner Tippkötter ausführte. Man wolle nicht nur die Gemeindeverwaltung, sondern auch private Hauseigentümer mit fachlichen Hilfestellungen in Sachen energetische Gebäudesanierungen, Ausbau regenerativer Energien und Mobilitätsalternativen bis hin zur Fördermittelberatung unterstützen, so der Berater. Er sagte eine kontinuierliche Unterstützung des Büros mit festen Sprechzeiten sowie Informationsveranstaltungen im Ort zu.

Michael Stehr (CDU) bemängelte die Vorgehensweise. „Was wir brauchen, ist nicht in erster Linie ein energetisches Konzept“, meinte er. Er sah den Schwerpunkt bei der Hilfe durch „energielenker“ in der Beratung, was mit den Gebäuden gemacht werden soll. „Das ganze Energiethema ist sekundär“, so der Fraktionsvorsitzende.

„Wir haben unsere Aufgabe durchaus verstanden“, reagierte Reiner Tippkötter auf die Aussage Stehrs. Die Bedeutung, Überlegungen zu energetischen Maßnahmen schon zu Beginn der Konzepterstellung anzustellen, hoben Ausschussvorsitzender Georg Kubitz (Fraktion Bündnis für Ökologie und Demokratie) und Karin Baum (SPD) in ihren Beiträgen hervor. „Die energetischen Maßnahmen müssen ganz bewusst betont werden“, meinte Kubitz. Er wies darauf hin, dass man das Thema im Rahmen dieser Sitzung im Vordergrund behandeln wolle. „Energiethemen sind immer wichtig“, äußerte Karin Baum ihre Einstellung dazu.

Bis zu den Entscheidungen, wie die Gebäude zukünftig genutzt werden sollen, „brauchen wir noch nicht über Energie sprechen“, hielt Michael Stehr dagegen. Er sah ein „handfestes“ Grundkonzept als vorrangig an.

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