„Fifikus“ platzt aus allen Nähten: Ausschuss diskutiert Erweiterungskonzepte
„Unhaltbarer Zustand“

Lienen -

Die Situation ist vertrakt: In der Offenen Ganztagsgrundschule Lienen sind noch satt und reichlich freie Plätze, während das „Fifikus“ mit seiner Übermittagsbetreuung aus allen Nähten platzt.

Freitag, 10.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 17:20 Uhr
Im „Fifikus“ (Foto oben) werden derzeit rund 25 Kinder betreut – zu viele für die Einrichtung, die im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts betrieben wird. Verwaltung und Politik arbeiten deshalb an einem Erweiterungskonzept.
Im „Fifikus“ (Foto oben) werden derzeit rund 25 Kinder betreut – zu viele für die Einrichtung, die im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts betrieben wird. Verwaltung und Politik arbeiten deshalb an einem Erweiterungskonzept. Foto: dpa

Die Kapazitätsengpässe sind seit Längerem bekannt und wurden in unterschiedlichen Gremien angesprochen. Am Mittwochabend stand das Thema nun im Ausschuss für Schule und Bildung auf der Tagesordnung. „Die Wahrheit ist, dass die Eltern andere Bedarfe haben“, fasste Christian Brüger , Leiter des Fachbereichs Ordnung, Bildung und Soziales, den Sachstand zusammen. Eine Erweiterung des niederschwelligen Angebots scheint unausweichlich. Die Finanzierung dürfte sich aber schwierig gestalten.

Eine Entscheidung fiel in der Sitzung, die von zahlreichen Müttern und Vätern verfolgt wurde, zwar noch nicht. An einem Konzept arbeitet die Verwaltung jetzt aber offenbar mit Hochdruck. Es soll in der Ratssitzung am 20. Mai präsentiert werden, wie Brüger auf Nachfrage betonte. Geprüft wird derzeit, das Betreuungsangebot in den Mittagsstunden einem Träger zu überlassen. Angebote hierzu hatte die Verwaltung im Vorfeld der Sitzung beim Mütterzentrum Soziales Netzwerk Beckum sowie beim Diakonischen Werk im Kirchenkreis Tecklenburg eingeholt. Mit ihnen beschäftigte sich der Ausschuss im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung.

Auch wenn Brüger offen ließ, wie viel Geld die jeweiligen Einrichtungen für die Betreuung in Rechnung stellen würden – klar ist, dass bei diesem Konzept eine laut Brüger Finanzierungslücke von bis zu 20 000 Euro entsteht.

Im „Fifikus“ werden derzeit 25 Kinder betreut.

Im „Fifikus“ werden derzeit 25 Kinder betreut. Foto: Katja Niemeyer

Um diese zu schließen, erläuterte der Fachbereichsleiter, gebe es grundsätzlich zwei Alternativen: Beitragserhöhung und/oder Zuschüsse aus der Gemeindekasse. Um auszuloten, ob die Eltern bereit sind, für die Betreuung ihres Nachwuchses tiefer in die Tasche zu greifen, einigte sich der Ausschuss darauf, kurzfristig eine Umfrage zu starten.

Wobei eine Erhöhung der Beiträge ohnehin schon ansteht. So zahlen die Eltern ab August monatlich 30 statt 25 Euro pro Kind. In den „Fifikus“, der von Elke Alke und Andrea Nahrendorf im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts betrieben wird, fließen außerdem Landesmittel in Höhe von derzeit 7500 Euro jährlich. Dieser Zuschuss sei bis einschließlich 2020 gewährt worden, wie hoch er im Anschluss daran ausfällt, sei offen. Brüger: „Die reguläre Förderpauschale beträgt 5500 Euro.“

Grundsätzlich, berichtete der Fachbereichsleiter, sei denkbar, dass die Gemeinde Geld zuschießt und damit die Finanzierungslücke geschlossen würde. Allein: Lienen steckt in der Haushaltssicherung und ist deshalb angehalten, seine Ausgaben auf einem Minimum zu halten.

Einen Vorschlag, das Betreuungsangebot möglichst kostenneutral auszuweiten, brachte ein Bürger in der Einwohnerfragestunde vor: Der Mann regte an, die Trägerschaft des „Fifikus“ dem Förderverein der Grundschule zu übertragen. Ein derartiges Modell funktioniert an der Grundschule Kattenvenne bereits seit Langem. Offen ist, ob sich auch die Lienener Ehrenamtlichen bereit erklären, die zusätzliche Verwaltungsarbeit zu übernehmen.

In dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus neben dem Gebäude der Grundschule betreut das „Fifikus“ derzeit einem Bericht von Elke Alke zufolge rund 25 Kinder. Hinzu kämen zwischen drei und vier Kinder pro Tag, die spontan für ein paar Stunden untergebracht werden müssen. Angesichts der räumlichen und personellen Lage ein „unhaltbarer Zustand“, wie die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Sabrina Kramer in der Sitzung feststellte.

Zum Vergleich: Von den 60 Plätzen in der Offenen Ganztagsgrundschule sind aktuell nur 40 belegt.

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