„GlasBlasSing“ gibt Gastspiel in der evangelischen Kirche
In den Altglascontainer gegriffen

Lienen -

Es fiel etwas größer aus als solche Veranstaltungen, die die Formation „GlasBlasSing“ normalerweise als Privatkonzert gibt. Die annähernd sechzig Besucher, die dazu am Samstag im Rahmen der „offenen Kirche“ in den Kirchsaal kamen, hatten den außergewöhnlichen Musikgenuss des Quartetts Pfarrerin Susanne Nickel zu verdanken. Denn sie hatte die Musiker bei einem Konzert in Osnabrück kennengelernt – und für ein Gastspiel in Lienen gewonnen. Normalerweise sind die Vier eher in größeren Sälen zu erleben.

Sonntag, 12.05.2019, 16:34 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 17:17 Uhr
Möhre, Fritze, Frank und Endie (von links) verblüfften mit ihrem Liedgut auf Leergut. Das Publikum war begeistert (kleines Foto).
Möhre, Fritze, Frank und Endie (von links) verblüfften mit ihrem Liedgut auf Leergut. Das Publikum war begeistert (kleines Foto). Foto: Anne Reinker

„Es sind einfach Vollblutmusiker“, begeisterte sich Sabine Nickel über die „tollen Jungs und kreativen Leute“. Sie habe ihren Gewinn mit der Gemeinde teilen wollen, erzählte sie in ihrer Begrüßung nach dem Mittagsgeläut.

Die Vollblutmusiker, das sind Möhre, Fritze, Frank und Endie. Eine Gruppe aus Berlin, die für ihre Vorstellungen tief in den Altglascontainer greifen müssen, wie sie selber mit Humor erzählten.

Von der Blechdose über Glas- und Plastikflaschen bis hin zu den Behältern von Wasserspenderautomaten brachten sie zu ihrem „Flaschmob“ in Lienen ein großes Sortiment an Trinkbehältnissen mit. Und wie es sich für einen Auftritt in einem Gotteshaus gehört, stimmten sie zu Beginn das „Hallelujah“ an, ein Song, mit dem die Akteure direkt Stimmung machten. Nicht nur mit ihrem etwa 200-teiligen Leergut, auch mit ihren Stimmen und unterstützt von Jörg am Mischpult.

Wie feinperlend Flaschen & Co. dank großem Rhythmusgefühl klingen können, präsentierten sie unter anderem mit „Ballade pour Adeline“, boten aber aus jedem Genre etwas. Von Mozart bis Grönemeyer, von Trio bis zu Bruder Jakob zeigte sich das Leergut für Liedgut vielseitig einsetzbar. Um instrumental so breit aufgestellt sein zu können, gehen die Vier nicht nur gerne in den Getränkemarkt, sondern auch zum Altglascontainer. „Am liebsten im Ausland“, verriet Fritze.

Wie dass Ganze angefangen hat, dürfte die Zuhörer nicht verblüffen: in einer Bein- und Weinlaune. Mit Straßenmusik begann die Formation 2003, seit 2006 treten sie mit ihrem Leergut auch professionell auf. „Wir haben schnell gemerkt, dass das gut ankam“, erinnerte sich Frank.

Wie das Publikum, so war auch Susanne Nickel wieder begeistert. Die Idee, die offene Kirche für solch besonderen Auftritte anzubieten, wird sie verfolgen. „Vielleicht können wir solche Aktionen mal häufiger koppeln“, hoffte die Pastorin.

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