Serie alter Berichte: Kommunalpolitik diskutiert vor 37 Jahren über FKK-Abend
Freikörperkultur im Hallenbad?

Lienen -

Schwimmen mit Unterwasserbeleuchtung oder bei Kerzenschein – das Hallenfreibad versucht heutzutage mit so manchem kreativen Angebot, zusätzliche Badegäste anzulocken. Auch vor ziemlich genau 37 Jahren stand die Gemeinde offenbar vor der Aufgabe, die Attraktivität des Bades und damit die Besucherzahlen zu erhöhen.

Montag, 13.05.2019, 17:18 Uhr
Schwimmen bei Kerzenlicht ist heute Gang und Gäbe im Lienener Hallenfreibad. Aber Nacktbaden? Vor 37 Jahren befassten sich die damaligen Kommunalpolitiker mit einem Antrag der FDP, einen FKK-Badeabend einzuführen.
Schwimmen bei Kerzenlicht ist heute Gang und Gäbe im Lienener Hallenfreibad. Aber Nacktbaden? Vor 37 Jahren befassten sich die damaligen Kommunalpolitiker mit einem Antrag der FDP, einen FKK-Badeabend einzuführen. Foto: Lienen Hallenbad

Neben einem Sommerfest und Baden zu Disco-Musik ragte in der Debatte dazu ein durchaus freizügiger Vorschlag heraus. So hatte die FDP-Fraktion tatsächlich angeregt, einen FKK-Badeabend einzuführen. Bevor sich der Rat mit der aus heutiger Sicht gewagten Idee beschäftigte, stand das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Jugend, Sport und Soziales sowie auf der des Hauptausschusses.

Mehr Kleinanzeigen, den Eintrittspreis zu besucherarmen Zeiten senken, Baden bei Disco-Musik – Punkt für Punkt wurden die FDP-Vorschläge in einer Sitzung des Sportausschusses Mitte April 1982 abgearbeitet. Bis sich die Lokalpolitiker im „Haus des Gastes“ schließlich dem FKK-Thema zuwandten. Eine Abstimmung, „die man probehalber durchführte“, wie es in einem Bericht des Tecklenburger Landboten vom 16. April 1982 heißt, ergab: „vier Zustimmungen, zwei Ablehnungen, zwei Enthaltungen“. Der Vorschlag hatte vorgesehen, „probeweise in der Wintersaison freitags von 20 bis 21 Uhr das Baden ,ohne‘ zu gestatten“.

Sodann forderte die FDP , Schwimmkurse für Säuglinge und Kleinkinder anzubieten, worauf die Verwaltung mitteilte, dass solche Kurse bereits existierten.

Probleme warf zu jener Zeit der Wunsch nach einem größeren gastronomischen Angebot auf – laut Zeitungsbericht reichte der Platz nicht aus. So einigten sich die drei Fraktionen darauf, sich Gedanken über die Umsetzung dieses Projektes zu machen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass sich der finanzielle Aufwand im Rahmen hält.

Wenig später befasste sich der Hauptausschuss mit den Anträgen der FDP. Grünes Licht gaben die Kommunalpolitiker damals fürs „Disco-Baden“. Dieses sollte fortan im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils mittwochs von 20 bis 21 Uhr stattfinden.

Und auch der FKK-Badeabend nahm die Hürde Hauptausschuss: fünf Mitglieder stimmten dafür, drei dagegen, zwei enthielten sich.

In der „emotional geführten Diskussion“, so schrieb der damalige Lokalredakteur in seinem Bericht, „tauchte die Frage auf, ob das FKK-Baden nicht nur Effekthascherei sei“.

Eine Ratsherrin wollte außerdem darüber informiert werden, ob man beim FKK eigentlich „auch eine Bademütze trägt“.

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