Jägerhof-Areal Thema im Gemeinderat
Zweiräder steigern den Wohnwert

Lienen -

Wenn zu einer Wohnung ein Stellplatz für ein Fahrrad gehört, steigt dann der Wohnwert? Nach Ansicht des Bündnisses für Ökologie und Demokratie könnte das ein Kriterium sein.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 17:14 Uhr
Ein Einkauf, so die Argumentation des Bündnisses, lasse sich in Lienen gut mit dem Fahrrad erledigen. Nach dem Willen der Fraktion sollen deshalb auf dem Jägerhof-Areal Fahrradstellplätze vorgeschrieben werden.
Ein Einkauf, so die Argumentation des Bündnisses, lasse sich in Lienen gut mit dem Fahrrad erledigen. Nach dem Willen der Fraktion sollen deshalb auf dem Jägerhof-Areal Fahrradstellplätze vorgeschrieben werden. Foto: Deula

In seiner Sitzung am Montag beschäftigt sich der Gemeinderat ab 18 Uhr mit einem Antrag des lokalen Bündnisses für Ökologie und Demokratie. Darin fordert die Fraktion für das Jägerhof-Areal, eine Satzung für Fahrradstellplätze zu erlassen. Je nach Größe der Wohnung soll der Investor, der dort mehrere Mehrfamilienhäuser sowie ein Wohn- und Geschäftshaus errichten will, demnach zwei oder drei Abstellmöglichkeiten für die Leezen der künftigen Bewohner schaffen.

Die Grünen beziehen sich dabei auf eine Änderung in der Bauordnung des Landes NRW, nach der es neuerdings in der Hand der jeweiligen Kommune liegt, Vorgaben zu Pkw- und Fahrradstellplätzen zu machen. Das, bestätigt Bauamtsleiter Sebastian Döring auf Nachfrage, „ist grundsätzlich richtig“. Allein: Die neue Regelung, die zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat, kann nicht auf individuelle Bauvorhaben wie das geplante auf dem Jägerhof-Areal angewandt werden. Vielmehr soll sie Kommunen wie Lienen in die Lage versetzen, sich eine Satzung aufzuerleben, die künftig bei größeren Bauvorhaben für das gesamte Gemeindegebiet gilt.

In der Vorlage für die Ratssitzung schlägt die Verwaltung deshalb vor, eine entsprechende Regelung zu entwickeln.

Und das dürfte dauern: Denn bevor die Kommunalpolitik tätig wird, so der Vorschlag von Döring, solle auf eine Mustersatzung gewartet werden, an der derzeit auf Landesebene in Düsseldorf gearbeitet werde. An dem Entwurf könnten Verwaltung und Politik sich dann orientierten, ergänzt der Bauamtschef.

Derweil hatte sich das Bündnis für Ökologie und Demokratie offensichtlich bereits ausführlich mit der künftigen Fahrradparksituation auf dem Gelände des Traditions-Landgasthofes auseinandergesetzt, der demnächst abgerissen wird, um Platz zu schaffen für neue Gebäude. Wenn es nach dem Willen der Grünen geht, müsste der Investor demzufolge zwei Stellplätze für kleinere und drei für größere Wohnungen bauen. Diese, so heißt es in dem Antrag weiter, könnten sich auch in den Kellerräumen der Gebäude befinden. Diese Variante sei allerdings nur zu akzeptieren, wenn die Steigung der Rampen 30 Prozent nicht überschreitet.

Darüber hinaus gibt die Fraktion in ihrem Antrag zu bedenken, dass es sinnvoll sei, Alternativen zur Nutzung von Autos zu schaffen. „So ist zum Beispiel der Einkauf in den großen Lebensmittelmärkten der Gemeinde gut mit dem Fahrrad zu bewerkstelligen.“ Daher solle für jeden Bewohner ein gut erreichbarer Fahrradstellplatz auf dem Gelände vorhanden sein. „Bei guter Planung“, so endet der Antrag, „dürfte dies auch zu einer Erhöhung des Wohnwertes und einer besseren Vermarktung der Wohnungen führen“.

Die Ratssitzung am Montag beginnt um 18 Uhr im Haus des Gastes. Unter anderem geht es auch um die „Zukunft“ des Hauptschul-Areals.

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