Ausschuss diskutiert über Zukunft des Tourismus in Lienen
Schöne Landschaft, viele Monteure

Lienen -

Der Ausschuss für Touristik und Kultur hat die Entscheidung über den FDP-Antrag auf Erstellung einer Hotel-Bedarfsanalyse für Lienen vertagt. Anja Schmidt von der Tourist-Information hatte in der jüngsten Sitzung zunächst die aktuellen Gästezahlen präsentiert und dann von den Ergebnissen einer Umfrageaktion berichtet.

Dienstag, 11.06.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 17:57 Uhr
Lienen hat vor allem landschaftlich einiges zu bieten. Anja Schmidt von der Tourist-Information stellte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Touristik und Kultur die Gäste und Übernachtungszahlen für 2018 vor und erläuterte, dass Lienen, abgesehen von Monteuren, vor allem von Tagesgästen und Kurzurlaubern aufgesucht wird.
Lienen hat vor allem landschaftlich einiges zu bieten. Anja Schmidt von der Tourist-Information stellte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Touristik und Kultur die Gäste und Übernachtungszahlen für 2018 vor und erläuterte, dass Lienen, abgesehen von Monteuren, vor allem von Tagesgästen und Kurzurlaubern aufgesucht wird. Foto: Michael Schwakenberg

Um im Vorfeld mal abzuklopfen, wie die heimischen Vermieter von Gästezimmern den Bedarf nach weiteren Betten einschätzen, hatte Schmidt 19 von ihnen angeschrieben. „Geantwortet haben nur drei“, berichtete Schmidt. Und nach deren Einschätzung, die natürlich nicht repräsentativ sei, könnte Lienen durchaus noch weitere Übernachtungsmöglichkeiten vor allem für Monteure gebrauchen. Nach Schmidts Einschätzung geht die Hälfte der Übernachtungen in Lienen auf Monteure zurück.

Kreistagsmitglied Rudolf Lammert ( CDU ), der dem Ausschuss als sachkundiger Bürger angehört, nahm die aktuellen Zahlen sowie die Umfrageergebnisse zum Anlass, eine Grundsatzdiskussion anzustoßen: Wie und mit welchem Schwerpunkt soll sich der Tourismus in Lienen entwickeln? „Das ist nicht der Tourismus, den wir brauchen“, sagte Lammert mit Blick auf die in Lienen nächtigenden Monteure.

Lammert betonte die touristische Eigenständigkeit des Tecklenburger Landes, das innerhalb des Münsterlandes jedoch zu wenig vorkomme. Ebenso führt er Lienens Lage am Fuße des Teutoburger Waldes und die „herrliche Landschaft“ an, die Lienen und Kattenvenne zu bieten hätten. „Und unser schönes Holperdorp überlassen wir den Iburgern“, lautete sein nüchternes Fazit aus Lienener Sicht von der Landesgartenschau 2018 in der Nachbarstadt. Dabei macht er deutlich, dass seine Kritik nicht gegen die Arbeit der Lienener Tourist-Information ziele.

Ebenfalls den Blick nach Iburg gerichtet, sagte Anja Schmidt: „Gebt mir drei Millionen Euro und ich baue auch einen Baumwipfelpfad.“ Sie habe durchaus Ideen. „Aber unter 1,2 Millionen Euro läuft da nichts.“

Aus dem Ausschuss nahm Schmidt die Anregung mit, bei den international bedeutenden Unternehmen in den Nachbarkommunen nachzufragen, wie groß deren Bedarf nach Unterbringungsmöglichkeiten beispielsweise für Geschäftsreisende oder Tagungsgäste ist. Lammert verwies auf den geplanten Hotel-Neubau in Tecklenburg, der den Anstoß für eine „Agglomeration“ geben könne.

Zurück zum FDP-Antrag und der darin geforderten Hotelbedarfsanalyse. „Wenn wir die in Auftrag geben, dann kostet das mindestens fünfstellig“, prophezeite Schmidt. Eine komplette Tourismusanalyse könne sogar bis zu 25 000 Euro verschlingen, ergänzte sie auf Nachfrage der WN.

Unterm Strich waren sich die Ausschussmitglieder einig, dass Lienen mit dem Barfußpark als Aushängeschild vornehmlich das Ziel von Tagestouristen ist. Kritisch wurde die Frage in den Raum gestellt, was Lienen Touristen, die länger bleiben wollen – oder sollen – denn zu bieten habe.

Der Ausschussvorsitzende Fritz Ibershoff mahnte beim weiteren Vorgehen zu Umsicht und Realitätssinn: „Wir dürfen nicht so tun, als wäre Lienen der Mittelpunkt Deutschlands. Zum Einkaufen kommt keiner.“ Und was die Monteure betrifft, wies Gerhard Schomberg (CDU) auf deren Bedeutung für die beherbergenden Betriebe hin: „Wir müssen auch auf die Wirtschaftlichkeit achten.“ Gerade durch ihre Nachfrage würden Monteure einige Betriebe „retten“.

In seiner nächsten Sitzung will der Ausschuss das Thema erneut aufgreifen.

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