Ausschuss winkt Starkenhof-Pläne durch
Wohnheim soll sich für Lienener öffnen

Lienen -

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat die ursprünglichen Pläne für ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, das auf dem Gelände des abgerissenen Starkenhofes entstehen soll, deutlich modifiziert. Der am Montagabend im Planungs und Bauausschuss präsentierte Entwurf stieß im Großen und Ganzen auf das Wohlwollen der Mitglieder. Einzig die Anzahl der Stellplätze und deren Lage rief Kritik hervor.

Dienstag, 18.06.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 17:58 Uhr
Ansicht des geplanten Wohnheims von Südwesten. Die Draufsicht (kleines Bild) zeigt die Lage im Winkel von Glandorfer Straße und Fasanenweg. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein.
Ansicht des geplanten Wohnheims von Südwesten. Die Draufsicht (kleines Bild) zeigt die Lage im Winkel von Glandorfer Straße und Fasanenweg. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein. Foto: LWL

Wie Marion Pothmann vom LWL berichtete, soll das Wohnheim Platz bieten für 24 Menschen, vornehmlich mit geistiger Behinderung, „die einen geschützten Raum benötigen, aber gleichzeitig gesellschaftliche Teilnahme wollen“. Die Hälfte von ihnen gehe einer Beschäftigung im Förderbereich nach, die anderen nähmen die tagesstrukturierenden Angebote wahr. Das Alter der Bewohner liege zwischen 20 und Mitte 60. Während einige in Einzelzimmern untergebracht werden und sich immer zu zweit ein Bad teilen, bekämen andere, die selbstständiger sind, im Obergeschoss ein Appartement mit Küchenzeile und eigenem Bad.

LWL-Mitarbeiterin Vera Herbst erläuterte, dass die tagesstrukturierenden Angebote bei entsprechendem Bedarf auch von Lienener Bürgern genutzt werden könnten. Gleiches gelte für die geplante Tagesstätte, in der sich zum Beispiel Selbsthilfegruppen treffen könnten.

Was jetzt eine Bebauungsplanänderung erforderlich machte, war eine leichte Verschiebung des Baufeldes nach Norden sowie die Zweigeschossigkeit des Baukörpers entlang der Glandorfer Straße und die vorgesehene Gesamthöhe. All das passierte den Ausschuss ohne große Diskussion. Bei den weiteren Festsetzungen einigte man sich auf hellen Putz sowie hellen und/oder rotbraunen Klinker als Möglichkeiten für die äußere Gestaltung.

Für Gesprächsstoff sorgte, dass insgesamt nur sechs Stellplätze vorgehen sind und fünf davon an der Glandorfer Straße liegen, geschätzte 50 Meter weg vom Haupteingang am Fasanenweg. Während die Vertreterinnen der LWL diese Anzahl als ausreichend erachteten und sich auf Erfahrungen beriefen, die sich bei vergleichbaren Einrichtungen gemacht haben, befürchteten einige Ausschussmitglieder, dass es zu wenig sind.

Reichen sechs Plätze für Anlieferer, Personal und Besucher aus? „Regelmäßiger Besuch ist nur in Ausnahmen zu erwarten“, lautete die Antwort von Vera Herbst. Was das Personal betrifft, so seien häufig nur drei oder vier Kräfte gleichzeitig im Einsatz. Und da man gerne Bewerber aus Lienen einstellen wolle, gehe man davon aus, dass einige mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Norbert Reimann von beauftragten Planungsbüro Hahm sagte zur Stellplatz-Frage: „Wir haben uns an die planungsrechtlichen Vorgaben gehalten.“ Gleichwohl versprach er, sich dieses Thema noch einmal anzunehmen.

Den Vorschlag aus dem Ausschuss, die Stellplätze als Parkstreifen entlang der Glandorfer Straße anzulegen, lehnte Reimann unter anderem aus Sicherheitsgründen ab.

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