VdK lädt zum Rundgang in Sachen Barrierefreiheit / Interview mit Karin Baum
Stilles Örtchen in greifbarer Nähe Foto: privat

Lienen -

Der VdK-Ortsverband lädt am Donnerstag, 4. Juli, ein zu einem Rundgang durch den Ortskern mit Fokus auf die Barrierefreiheit, zu dem alle interessierte Bürger eingeladen sind. Treffen ist um 17 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Farmhaus, um von dort die Straßen und Parkanlagen genauer unter die Lupe zu nehmen und vor allem, um nach einem Standort für ein behindertengerechtes WC Ausschau zu halten.

Donnerstag, 27.06.2019, 17:46 Uhr
Ohne Stolpersteine: Ältere oder gehbehinderte Menschen sind auf ebene und feste Wege angewiesen, sagt Karin Baum von der Lienener Ortsgruppe des Sozialverbandes VdK.
Ohne Stolpersteine: Ältere oder gehbehinderte Menschen sind auf ebene und feste Wege angewiesen, sagt Karin Baum von der Lienener Ortsgruppe des Sozialverbandes VdK. Foto: oh

Im Gespräch mit den WN erläuterte Initiatorin Karin Baum von der Lienener Ortsgruppe des Sozialverbands VdK , worum es ihr und ihren Mitstreitern geht.

Was macht Lebensqualität für ältere oder behinderte Menschen im öffentlichen Raum aus?

Karin Baum: Was für den einen die Ruhe ist, ist für den anderen der Wunsch nach mehr Sicherheit. Wobei Ruhe und Sicherheit sogar ganz besonders im Straßenverkehr zusammenkommen können, wenn jeder Verkehrsteilnehmer Rücksicht nimmt, so dass eine Straße angemessen und gefahrlos überquert werden kann. Oder wenn das stille Örtchen in greifbarer Nähe ist, ohne jedes Mal in eine Stress-Situation zu geraten. Beides ist für immer mehr Menschen das absolute Muss. Nicht nur beim Einkauf und bei anderen Erledigungen im Ort, sondern auch, um bei allen erdenklichen Veranstaltungen drinnen oder auch draußen teilnehmen zu können. Dabei ist genau diese Teilhabe allen Bürger gesetzlich garantiert.

Was sind die einfachsten und grundlegenden Voraussetzungen, um diese Teilhabe zu ermöglichen?

Karin Baum: Das sind unter anderem ein öffentliches WC und sichere, feste und gerade Überwege und Überquerungen ohne Stolpersteine, damit nicht nur junge, sondern auch ältere Herrschaften und ganz besonders gehbehinderte Mitbürger, sei es mit Rollator oder im Rollstuhl, sicher über die Straße kommen. Gleiches gilt auch für Mütter und Väter mit ihren Kindern, sei es an der Hand, im Kinderwagen oder schon mit dem eigenen Fahrrad.

Was ist Ihr persönlicher Antrieb, sich für die Schwächeren im Dorf und im Verkehr einzusetzen?

Karin Baum: Niemand von uns kann sich davon freisprechen, nach einer Krankheit oder einem bloßen Schwächeanfall nach jeder Möglichkeit Ausschau halten zu müssen, sich mal hinsetzen zu können. Und da wir uns immer daran orientieren sollten, ganz besonders auf die Rücksicht zu nehmen, die vielleicht im Moment oder auch dauerhaft nicht so gut können, hat es sich der VdK-Ortsverband Lienen zur Aufgabe gemacht, zusammen mit Vertretern aus Rat und Verwaltung sowie einer Vertretung des VdK auf Kreis- und Landesebene einmal zu prüfen und überprüfen zu lassen, inwieweit ganz besonders im Zentrum Handlungsbedarf besteht.

Sie haben ganz bestimmte Stellen vor Augen?

Karin Baum: Wir werden uns die Zuwegungen zum Dorfteich und zur Kirche genauer anschauen und dabei hoffentlich auch feststellen beziehungsweise überprüfen können, welchen Schwierigkeitsgrad ein leerer oder auch mit Einkauf beladener Rolli oder Rollstuhl die Hürden im Dorfzentrum meistern muss.

Wird es am Donnerstag schon ein erstes Fazit geben?

Karin Baum: Zumindest kommen alle Teilnehmer zu einer ersten Zusammenfassung des Erlebten im AWO-Treff zusammen, um gegebenenfalls weitere Anregungen zu sammeln und auszuloten, wie weiter vorgegangen werden soll. Die Missstände sollten so schnell wie möglich behoben werden.

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