Überfälle auf Supermärkte
Masken für Taten aus Jecken-Geschäft

Greven/Telgte/Saerbeck/Lienen-Kattenvenne -

„Es tut mir sehr, sehr leid“, wiederholt der Angeklagte L. bei der Prozesseröffnung mehrfach, „ich war dumm.“ Mit Softairpistole und Sturmmaske ausgestattet, hatte der Grevener Ende Dezember 2018 unter anderem den Edeka an der Grimmstraße überfallen. Ebenso wird ihm eine Tat in Kattenvenne zur Last gelegt.

Sonntag, 30.06.2019, 20:19 Uhr
Dieses Foto zeigt einen Überfall auf einen Edeka-Markt in Altenberge im Jahr 2012.  
Dieses Foto zeigt einen Überfall auf einen Edeka-Markt in Altenberge im Jahr 2012.   Foto: Uwe Renners

Am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Münster zeigt sich der 18-Jährige schuldbewusst. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit seinem Komplizen S., zwischen dem 28. Dezember 2018 und dem 9. Januar 2019 vier Supermärkte in Greven, Lienen-Kattenvenne, Saerbeck und Telgte überfallen zu haben. Dabei erbeuteten sie insgesamt über 6000 Euro.

Ein roter Opel brachte die Ermittler auf die Spur. Just vor der Tat wurden L. und S. vor dem Netto in Telgte ertappt und festgenommen.

Der damals noch 17-jährige L. sei während der Festnahme aufgewühlt und verzweifelt gewesen, berichtet ein Polizeibeamter. L. gestand vor Gericht, in Greven und in Telgte an den Raubüberfällen beteiligt gewesen zu sein. Zu den anderen zwei Überfällen schwieg er.

Für den Raub auf den Grevener Edeka hatte der 28-jährige S. dem minderjährigen L. eine Softairpistole gekauft und L. sich in einem Karnevalsgeschäft mit Sturmmasken eingedeckt. Wie sich später herausstellte, war die Waffe bereits vor dem Überfall defekt.

Am 28. Dezember gegen 15.20 Uhr stürmte L. in den Edeka, sprang auf Kasse eins und forderte die Kassiererin mit der Waffe auf, Bargeld herauszugeben. Da sich die Kasse nur während des Bezahlvorgangs öffnen lässt, blieb sie für einige Sekunden verschlossen. Daraufhin wandte sich L. an Kasse drei und forderte ebenfalls Bargeld. Mit 1750 Euro floh der Täter aus dem Supermarkt und verschwand in einer Seitenstraße.

Da der rote Opel Vectra des Mitangeklagten S. an allen überfallenen Supermärkten erkannt wurde, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass S. auch in Greven dem Täter L. bei der Flucht geholfen hat.

Der zum Tatzeitpunkt arbeitslose Münsteraner S. wollte dazu bislang keine Stellung nehmen. Der leitende Richter kommentierte dies flapsig: „Nicht Sie müssen uns überzeugen, die Tat begangen zu haben, wir werden uns mit Hilfe der Fakten selbst vom Tathergang überzeugen.“

Mit dem erbeuteten Geld aus Greven hatte L. seine Schulden bei einem Kokain-Dealer beglichen und „wieder Koks“ gekauft.

Der genaue Tatablauf bei den weiteren Überfällen, die Rolle von S. sowie das Urteil werden bei den kommenden Verhandlungstagen thematisiert.

Bei den Supermarktmitarbeiterinnen, die als Zeuginnen geladen waren, entschuldigte sich L. wieder mit den Worten: „Es tut mir sehr leid. Ich war so dumm.“

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