VdK-Rundgang zur Barrierefreiheit
Das Pflaster wird zur Stolperfalle

Lienen -

Hochgesprungene Pflastersteine, etliche Treppenstufen und Schrägen sowie nicht zuletzt das großflächig verlegte Kopfsteinpflaster: Für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen wie auch für Senioren mit Rollatoren sind das Fallstricke. Genau das sind die Gründe, warum der VdK-Ortsverband am Donnerstag zu einer Ortsbegehung eingeladen hatte.

Freitag, 05.07.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 19:22 Uhr
Die Teilnehmer an dem Rundgang entdeckten im Ortskern so manche Stelle, an der etwas geändert werden muss.
Die Teilnehmer an dem Rundgang entdeckten im Ortskern so manche Stelle, an der etwas geändert werden muss. Foto: Anne Reinker

Hochgesprungene Pflastersteine, etliche Treppenstufen und Schrägen sowie nicht zuletzt das großflächig verlegte Kopfsteinpflaster: Für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen wie auch für Senioren mit Rollatoren sind das Fallstricke. Genau das sind die Gründe, warum der VdK-Ortsverband am Donnerstag zu einer Ortsbegehung eingeladen hatte. Nicht nur Vereinsmitglieder, auch weitere interessierte Bürger, Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter sowie Martin Franke vom VdK-Landesverband waren dabei.

„Das Thema hier ist eigentlich schon alt“, beklagte Karin Baum , dass man sich mit der Barrierefreiheit in der Gemeinde schon seit langem beschäftigt und noch nichts geschehen sei. Sich wieder damit zu befassen, hatte Reinhold Hemker aus dem VdK-Kreisvorstand angeregt, wie Karin Baum erzählte.

Mehrere Punkte hatte die Vorsitzende des Ortsverbandes auf die to-do-Liste gesetzt. Die Sicherheit und Ruhe auf der Hauptstraße, die Zuwegung zum Dorfteichgelände sowie zur Kirche waren neben den geplanten Wegeänderungen rund um den Teich einige der „Problemstellen“.

Die Behindertenparkplätze an der Fußgängerampel? „Die sind ein Witz“, meinte eine der Teilnehmerinnen. „Es ist schwierig, dort zu parken“, sagte sie. Das läge mit daran, dass die Stellplätze recht schmal und direkt von unebenen Pflastersteinen umgeben seien. Eine Alternative sei nur der Parkplatz hinter der Sparkasse, meinte ein weiterer Interessierter.

„Eigentlich müsste das Pflaster überall raus“, befand Hartwig Reinsch. „Für Rollstühle und Kinderwagen sind die unmöglich“, kritisierte der Lienener, der Mitglied in der BSG (Behindertensportgemeinschaft) sowie im Inklusionsbeirat des Kreises ist. Auch wenn Teilabschnitte im Ort durchaus „rolli-gerecht“ ausgestattet sind, fand Aggi Elsner: „Es kann doch nicht sein, dass Behinderte Umwege nehmen müssen, um zum Ziel zu kommen.“ Und der Weg vom Dorfteich zur Kirche hinauf? „Da muss man schon ordentlich Kraft haben, wenn man den Rollstuhl hoch schieben muss“, kommentierte einer der Anwesenden.

Karin Baum beklagte, dass es keine öffentliche Toilette gibt, die barrierefrei ausgestattet ist. Einen Lösungsvorschlag für dieses Problem brachte sie mit: Der Bereich hinter dem Haus des Gastes. „Wir werden das erkämpfen müssen“, kündigte sie an. Das könnte dauern, wird doch das anliegende Gebäude des Café Schulte in Bälde abgerissen und neu gebaut. Eine kurzfristige Alternative könnte ein Container sein, meinte die Engagierte.

Fast allen Beteiligten sind die Wege um den Dorfteich ein Dorn im Auge, gibt es dort doch etliche Stolperfallen. Immerhin gibt es für die westliche Seite des Teichs einen Hoffnungsschimmer. Es ist geplant, diese in einen Sandstrand umzugestalten und damit die komplette Wegeführung neu zu gestalten. „Ganz sicher ist aber noch nicht, ob das klappt“, sagte Bürgermeister Arne Strietelmeier. Die Zusagen von Fördergeldern stünden noch aus.

„Insgesamt sind es alles Aspekte der Sicherheit“, sagte Karin Baum. Der VdK-Ortsverband werde sich mit einem Antrag an den Gemeinderat und die Verwaltung richten, sich mit den Punkten intensiv zu beschäftigen. „Wir werden auf jeden Fall dran bleiben.“

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