Die Luft wird merklich dünner
Calcis beantragt zusätzliche 9,9 Hektar Abgrabungsfläche

Lienen -

Die Luft wird merklich dünner. Calcis befindet sich mitten im Wettlauf gegen die Zeit. Deshalb beabsichtigt das Unternehmen, bei der Bezirksregierung Münster einen Antrag auf zusätzliche 9,9 Hektar Abgrabungsfläche zu stellen. Das hat Geschäftsführer Detlev Wegner jetzt dem Rat mitgeteilt. Er und Werkleiter Per Wasner waren der Einladung von Bürgermeister Arne Strietelmeier gefolgt und stellten den Gemeindevertretern vor, wie eine Erweiterung aussehen könnte.

Dienstag, 09.07.2019, 19:22 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 21:12 Uhr
Geschäftsführer Detlev Wegner (kleines Bild links) und Werkleiter Per Wasner (kleines Bild rechts) informierten den Rat darüber, dass Calcis bei der Bezirkregierung Münster einen Antrag auf 9,9 Hektar zusätzliche Abgrabungsfläche stellen wird. Zu der Ratssitzung im Haus des Gastes am Montagabend waren auch zahlreiche interessierte Bürger erschienen.
Geschäftsführer Detlev Wegner (kleines Bild links) und Werkleiter Per Wasner (kleines Bild rechts) informierten den Rat darüber, dass Calcis bei der Bezirkregierung Münster einen Antrag auf 9,9 Hektar zusätzliche Abgrabungsfläche stellen wird. Zu der Ratssitzung im Haus des Gastes am Montagabend waren auch zahlreiche interessierte Bürger erschienen. Foto: Michael Schwakenberg

In seinen einführenden Worten erinnerte Wegner daran, dass Calcis letztmalig 1998 eine Abgrabungsgenehmigung erhalten habe und das Verfahren um den aktuellen Regionalplan für Calcis „keinen positiven Ausgang“ genommen habe.

Zum Hintergrund: Das Unternehmen hatte schon vor über zehn Jahren 27,5 Hektar zusätzliche Abgrabungsfläche beantragt, was vom Regionalrat jedoch in Gänze abgelehnt wurde. Stattdessen wurden die im Landesentwicklungsplan vorgesehenen Kapazitäten für die Rohstoffgewinnung im Bereich Kalk dem Abbaustandort Beckum zugewiesen.

Nach Auskunft von Wegner bekommt Calcis in Lienen derzeit täglich bis zu fünf Lkw-Ladungen deutlich höherwertigen Kalkstein aus Warstein geliefert, um diesem mit dem eigenen Material zu mischen und daraus Kalk zu brennen. „Sollten wir die angestrebte Genehmigung nicht bekommen, haben wir nicht mehr lange“, betonte Wegner auf WN-Nachfrage. Man befinde sich quasi in einer Test- und Überbrückungsphase. Dauerhaft täglich Dutzende Lkw-Ladungen aus Warstein anrollen zu lassen wäre weder wirtschaftlich darstellbar noch ökologisch zu vertreten.

Für die anvisierten 9,9   Hektar hat Calcis zwei Flächen konkret vor Augen, wobei 7,5 Hektar innerhalb und 2,4 Hektar außerhalb des FFH-Gebietes liegen.

Wasner machte deutlich, dass das Unternehmen unter anderem im Vorgriff auf die seinerzeit beantragten 27,5 Hektar bereits 43 Hektar Fläche zu Waldmeister-Buchenwald   um-   gebaut habe, weshalb wei-     tere Kompensationsmaßnahmen nicht erforderlich seien.

Auf die Frage von Georg Kubitz vom Bündnis für Ökologie und Demokratie, ob Calcis im Falle einer Genehmigung der 9,9 Hektar eine Endlichkeitserklärung abgeben würde, sagte Wegner: „Das wäre Sache der Anteilseigner. Wir als Geschäftsleitung würden das nicht tun.“ Auf weitere Nachfrage von Kubitz, ob es schon Konzepte für die rund 50 Beschäftigten für den Fall gebe, dass bald Schluss ist, sagte Wegner, dass man sich mit einem solchen Szenario nicht beschäftigt habe.

Worauf die Hoffnung beruht, dass Calcis die gewünschten 9,9 Hektar genehmigt bekommt, erläuterte Wegner gestern im WN-Gespräch: „Es gibt die Möglichkeit, außerhalb des Regionalplans einmalig eine zusätzliche Teilfläche unter zehn Hektar zu beantragen. Dabei ist der Regionalrat außen vor und die Bezirksregierung alleiniger Verfahrensträger.“ Diese Möglichkeit hätten insbesondere die Vertreter von CDU und SPD im Regionalrat mit Blick auf die betroffenen Unternehmen bei ihrer Entscheidung mit einkalkuliert und als Empfehlung beigefügt. Der Antrag an die Bezirksregierung werde voraussichtlich Ende dieser Woche auf den Weg gebracht.

Auf Anfrage von CDU-Ratsmitglied Eckhard Sander sagte Wegner, dass Calcis sich gut vorstellen könne, die Lienener Waldbauern im Teuto auf den besonders vom Borkenkäfer befallenen Flächen zu unterstützen, den dortigen Fichtenbestand in Buchenwald umzubauen.

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