Calcis reicht Abgrabungsantrag bei der Bezirksregierung ein
Prall gefüllte Aktenordner

Lienen -

Mit prall gefüllten Aktenordnern haben sich Geschäftsführer Wolfgang Giek, Werksleiter Detlev Wegner und Prokurist Per Wasner von der Firma Calcis auf den Weg nach Münster gemacht. Dort haben sie einen Abgrabungsantrag für eine Fläche von 9,9 Hektar zur Genehmigung eingereicht.

Freitag, 19.07.2019, 20:00 Uhr
Per Wasner, Detlev Wegner und Wolfgang Giek (von links) haben die Unterlagen nach Münster gebracht.
Per Wasner, Detlev Wegner und Wolfgang Giek (von links) haben die Unterlagen nach Münster gebracht.

Wie das Unternehmen mitteilt, ist im Rahmen des Scopingtermins im Mai 2012 ein umfangreiches Untersuchungsprogramm vereinbart worden, um allen Fragen, Anregungen und Forderungen, die Umwelt betreffend, nachzugehen. Dabei basierte die ursprünglich geplante Erweiterungsfläche von 27,5 Hektar auf der Vereinbarung der kalkverarbeitenden Unternehmen am Teutoburger Wald mit dem Land Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Münster, dem Landesbetrieb Wald und Holz sowie dem Kreis Steinfurt.

„Auf Grundlage des darüber vereinbarten Kompensationskonzeptes haben wir bis heute, im Einvernehmen mit den Behörden, rund 43 Hektar Wald von Fichte auf Buche umgebaut. Von diesen 43 Hektar Wald sind 25 Hektar durch die Forst- und Naturschutzbehörde abgenommen worden und von diesen 25 Hektar sind heute bereits 9,3 Hektar Lebensraumtyp Waldmeister-Buchenwald“, teilt Calcis weiter mit.

Trotz dieser immensen Vorleistungen sei es aufgrund einer Rechtsfortbildung sowie dem daraus ergangenen Regionalratsbeschluss im Juni 2018 nicht mehr möglich, die ursprünglich vorgesehene Fläche von 27,5 Hektar zu beantragen, sondern ausschließlich eine Fläche von 9,9 Hektar, für die ein sogenanntes Abweichungsverfahren vorgesehen sei.

Die jetzt beantragte Abgrabungsfläche liege zu 7,5 Hektar innerhalb des FFH-Gebietes. Von der Steinbrucherweiterung seien knapp neun Hektar Wald betroffen. Innerhalb des FFH-Gebietes seien davon 3,7 Hektar Waldmeister-Buchenwald besonders geschützt.

Zur Kompensation der Verluste an Wald, insbesondere Waldmeister-Buchenwald, wurden Umbaumaßnahmen von Nadel- in Buchenwald sowie Wiederaufforstungen von Buchenwald im Umfang von insgesamt rund 31,5 Hektar vorgesehen, teilt Calcis weiter mit. Zum Kompensationskonzept gehörten weitere Maßnahmen, zum Beispiel für das Große Mausohr, die Waldschnepfe, den Baumpieper, den Habicht oder den Waldlaubsänger in einem Umfang von rund 14 Hektar.

„Wir sind sicher, dass wir in Zukunft, ebenso wie in der Vergangenheit, ein verlässlicher Partner bei der Umsetzung dieser Maßnahmen vor Ort sein werden und dass wir durch diesen Abgrabungsantrag einen wesentlichen Beitrag in Hinblick auf die Artenvielfalt innerhalb des Teutoburger Waldes und den Umbau der restlichen Nadelwaldbestände in Richtung Waldmeister-Buchenwald leisten“, schreibt das Unternehmen abschließend. Man freue sich auf einen konstruktiven Austausch mit allen Beteiligten.

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