Neubau des Gemeindehauses
Neues Gesicht für Maria Frieden

Lienen -

Der Gottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr in der Kirche Maria Frieden wird vorläufig der letzte sein, der dort gefeiert wird. Anfang der nächsten Woche wird die Baustelle eingerichtet, sieben Tage später soll mit den Arbeiten für das neue Gemeindehaus begonnen werden.

Samstag, 10.08.2019, 06:25 Uhr aktualisiert: 11.08.2019, 15:30 Uhr
Pfarrer Peter Kossen (rechts) und Franz-Josef Konermann präsentieren die Planung für den Neubau des Gemeindehauses. Die Bankreihe, in der sie stehen, wird wegfallen. Entstehen wird das neue Gemeindehaus direkt an der Südseite der Kirche Maria Frieden (kleines Bild) und so eine neue Eingangssituation schaffen.
Pfarrer Peter Kossen (rechts) und Franz-Josef Konermann präsentieren die Planung für den Neubau des Gemeindehauses. Die Bankreihe, in der sie stehen, wird wegfallen. Entstehen wird das neue Gemeindehaus direkt an der Südseite der Kirche Maria Frieden (kleines Bild) und so eine neue Eingangssituation schaffen. Foto: Michael Baar

Das wird sich an der Südseite an die Kirche anschließen. Das alte Gemeindehaus auf der Nordseite wird nach Abschluss der Arbeiten abgerissen.

„Zu groß und renovierungsbedürftig.“ Mit diesen vier Worten beschreibt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Franz-Josef Konermann , den Handlungsbedarf für die Kirchengemeinde. „Das Haus ist gebaut worden, als der Liter Öl noch neun Pfennig kostete“, ist es insbesondere die Kostenseite, die der Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen große Sorgen gemacht hat.

Überlegungen, was mit dem weißen Klinkerbau geschehen soll, sind schnell zu den Akten gelegt worden. „Aus der Gemeinde haben sich viele Menschen gemeldet und für einen Rückbau ausgesprochen“, berichtet Pfarrer Peter Kossen . Ein Wunsch, dem sich die Pfarrei nicht verschlossen hat. Auch aus praktischen Gründen. Der Neubau eines Gemeindehauses an der Südseite der Kirche beschränkt das Angebot an Parkplätzen erheblich. Die sollen nun nördlich des Gotteshauses entstehen. „Vielleicht noch mit einer kleinen Grünanlage, die auch als Treffpunkt für Gruppen genutzt werden kann“, kann sich der Seelsorger mehr als nur eine Abstellfläche vorstellen.

Ziel ist eine nachhaltige und effiziente Lösung. Die werde mit dem rund 200 Quadratmeter Nutzfläche bietenden Neubau an der Südseite der Kirche erreicht. Da sind sich die beiden Männer sicher. Die 600 Quadratmeter des alten Gemeindehauses seien zu viel gewesen. „Durch den direkten Anbau an die Kirche ergeben sich neue Möglichkeiten, gerade auch für die Jugendarbeit“, freut sich Peter Kossen. Das Gemeindeleben komme unter ein Dach. Für ihn ist es eine „Stärkung des Standorts Lienen und ein Statement, dass die Kirche im Ort bleibt“.

Die „strategische Lösung“, so formuliert es Franz-Josef Konermann, kostet allerdings auch Geld. Mit 1,05 Millionen Euro ist das Vorhaben kalkuliert. Etwa 600 000 Euro entfallen davon auf den Neubau des Gemeindehauses. Die anderen 400 000 Euro sind für die Sanierung der Kirche eingeplant.

200 000 Euro muss die Kirchengemeinde aus eigener Tasche aufbringen. 80 Prozent der Kosten übernimmt das Bistum. Um den Eigenanteil aufzubringen, werde auf Erspartes zurückgegriffen, zudem sei in Kattenvenne ein Grundstück verkauft worden, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Im Gotteshaus wird es – bedingt durch den Anbau des Gemeindehauses – bauliche Veränderungen geben. So werden nach Abschluss der Arbeiten nur noch fünf statt bislang sechs Bankreihen zur Verfügung stehen. Die Elektrik wird auf Vordermann gebracht, einschließlich Ton und Licht. Nach dem Gottesdienst am Sonntag werden die Messen während der Bauphase im alten Gemeindehaus gelesen, voraussichtlich bis Ende Mai 2020. Für besondere Anlässe, das freut Peter Kossen sehr, hat die evangelische Kirchengemeinde Lienen ihre Gastfreundschaft angeboten.

Und auch die Heizung – bislang aus dem südlich der Kirche stehenden ehemaligen Pfarrhaus gesteuert – wird auf Vordermann gebracht. Energie-Effizienz ist auch hier das Stichwort. Auf lange Sicht soll das vor der Kirche stehende ehemalige Pfarrhaus weichen. Das neue Gemeindehaus wird etwa sieben bis acht Meter weiter nach Süden reichen als das jetzige Kirchenportal. Damit ist vorprogrammiert, dass auf Dauer das alte Pfarrhaus weichen muss.

Die Baumaßnahmen werden etwa ein Jahr dauern. „Die Baugenehmigung liegt seit Juni 2018 vor“, berichtet Franz-Josef Konermann. Eine erste Ausschreibung wurde zurückgezogen. „Es waren keine Handwerker zu bekommen“, nennt er den Grund. Jetzt, nach einer zweiten Ausschreibung, ist die Sache rund. „Jetzt sind alle in einem Boot.“

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