Heckentheater Kattenvenne
Ein Märchen, das Mut macht

Lienen-kattenvenne -

Künftig sollen auch Märchen zum Programm des Heckentheaters gehören. Aber nicht als Stück, sondern als Lesung. „Hans mein Igel“ war jetzt der Auftakt zu der neuen Reihe.

Dienstag, 10.09.2019, 19:13 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 17:38 Uhr
Erhard Piech (rechts) las aus der Interpretation des Märchens „Hans mein Igel“ im Heckentheater vor, Klaus Oestreich untermalte die Darbietung mit Dudelsack-Musik.
Erhard Piech (rechts) las aus der Interpretation des Märchens „Hans mein Igel“ im Heckentheater vor, Klaus Oestreich untermalte die Darbietung mit Dudelsack-Musik. Foto: Anne Reinker

Die Lesung eines Märchens und dessen Deutung durch eine Autorin sowie die anschließende Diskussion über das Werk lockte am Sonntagvormittag in das Heckentheater. „Hans mein Igel“ aus der Sammlung der Gebrüder Grimm, interpretiert von Ingrid Riedel, haben Rolf Kötterheinrich und Erhard Piech für ihren Vortrag gewählt. Eine Veranstaltung, an der man zukünftig mit ähnlichen Lesungen anknüpfen will.

„Wir haben noch genug Platz, dass kein Massengefühl aufkommen kann“, meinte Rolf Kötterheinrich mit einem Schmunzeln. Denn es hätten ruhig mehr Besucher kommen können, so der Organisator.

Begrüßen konnte er aber Klaus Oestreich, „ein Name, den man sich merken sollte“, wie Erhard Piech sagte. Ostreich begleitete die Lesung musikalisch mit dem Dudelsack.

„Hans mein Igel“ ist ein Märchen, mit dem man sich als Leser schwer tun kann. Denn die Handlung, in der ein reicher Bauer aufgrund seiner Kinderlosigkeit zuerst verspottet und daraufhin Vater eines Kindes wird, das mit dem Oberkörper eines Igels zur Welt kommt, ist schon außergewöhnlich. Hans mein Igel, so wie das Kind von seinen Eltern genannt wird, lässt sich von seinem Vater, der ihn los werden will, einen Dudelsack schenken und flieht mit Hahn, Schweinen und Eseln in den Wald. Auch der weitere Verlauf der Geschichte ist nicht minder ausgefallen.

Die Erklärungen dazu, und vor allem welche große Symbolkraft das Märchen hat, machte Autorin Ingrid Riedel in ihrem Buch deutlich, dies wurde nun von Erhard Piech vorgetragen. Ingrid Riedel sah in der Geschichte die innere Wandlung eines Jungen, der trotz vieler Widerstände eine selbstbewusste Entwicklung macht, die eigenen Stärken entdeckt und letztendlich ein glückliches Leben führen kann, in dem er geliebt und anerkannt wird. Das Märchen zeichne den Heilungsprozess einer Seele und mache Mut.

Märchen werden im Programm des Heckentheaters in Zukunft häufiger thematisiert werden, wie Erhard Piech und Rolf Kötterheinrich ankündigten. „Wir wollen diese Linie weiterverfolgen“, sagte Kötterheinrich. Denn im digitalen Zeitalter sei es wichtig, dass die Symbolwahrheiten und Vielschichtigkeiten eines Märchens verstanden werden, meinte er. Und man wolle, auch im Blick auf die Stärkung der Demokratie, in den Dialog kommen. „Es soll jede Meinung zum Zuge kommen“, erläuterte Rolf Kötterheinrich.

So war es auch bei der anschließenden Diskussion, bei der sich die Besucher mit den Organisatoren über das Gehörte austauschten.

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