Evangelisches Sozialseminar
„Oikocredit“ investiert in soziale Projekte

Lienen-Kattenvenne -

„Oikocredit“ ist eine weltweite agierende Genossenschaft, die sich besonders für soziale Projekte einsetzt und darin investiert. Deren Arbeitsweise war jetzt Thema in der Veranstaltungsreihe des Evangelischen Sozialseminars.

Mittwoch, 11.09.2019, 18:19 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 17:38 Uhr
Das Thema „Oikocredit“ und die Arbeitsweise der Genossenschaft interessierte viele Besucher im Gemeindehaus in Kattenvenne.
Das Thema „Oikocredit“ und die Arbeitsweise der Genossenschaft interessierte viele Besucher im Gemeindehaus in Kattenvenne. Foto: Luca Pals

Oikocredit – nur wenige können mit dem Begriff etwas anfangen. Das traf bestimmt auch für die meisten Besucher des evangelischen Sozialseminars am Dienstag zu. Höchste Zeit für Aufklärung – meint Helmut Pojunke, Geschäftsführer des westdeutschen Verbundes mit Sitz in Bonn. Er war als Referent zu Gast im evangelischen Gemeindehaus.

Das Motto „Gutes Geld? In Menschen investiert“ steht für Oikocredit – eine internationale Entwicklungsgenossenschaft – im Mittelpunkt des Handelns. Vor 50 Jahren sei Oikocredit auf Anraten des ökumenischen Rates der Kirchen gegründet worden, so Pojunke.

Damals hätten die „Kirchen des Nordens“ besser Bescheid wissen wollen, was mit ihren Geldern in sozialen Projekten passiert. Die „Kirchen des Südens“ wollten den Aufbau von nachhaltigen und sozialen Strukturen fördern. Pojunke: „Sie wollten keine europäischen Experten, sondern ihr regionales Know-How selber einbauen.“ Die Kirchen seien zusammengekommen.

Heute – Jahre später – wird Oikocredit durch Privatpersonen gefördert. Das Kapital der Anlieger wird direkt in die sozialen Projekte vor Ort investiert. Für Pojunke ist wichtig, dass der Mensch dabei im Mittelpunkt stehe: „Wir stellen unsere soziale Wirkung ganz nach vorne.“ Außerdem lege die Genossenschaft Wert auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Transparenz und die Zusammenarbeit in den Projekten auf Augenhöhe.

Erfolge können Pojunke und Oikocredit aufweisen. Aktuell engagieren sich 57 000 Anlieger weltweit, die Genossenschaft sei in 69 Ländern vertreten. In 19 von ihnen unterhielten sie eigene Landesbüros.

Etwa die Hälfte der Finanzmittel gehe laut Pojunke nach Lateinamerika. Die Projektpartner kommen vor allem aus der Landwirtschaft, seien weitere Genossenschaften oder Organisationen mit Fairtrade-Zertifikaten. Alles in allem erreiche die Arbeit von Oikocredit weltweit 38 Millionen Menschen, erläuterte der Referent.

Alleine im vergangenen Jahr sei das Kapital von Oikocredit durch die Anlieger um 70 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen. Da das Geld vor Ort in Landeswährung ausbezahlt werde, sei die Belastung des Geldes durch lokale Währungsschwankungen eine große Herausforderung für die Genossenschaft.

Pojunke brachte am Dienstagabend einige Beispiele mit. Eines davon kommt aus Ruanda. Bis 2020 ist das Ziel, 150 000 ruandischen Haushalte sauberes Kochens zu ermöglichen. Auch heute würden noch rund drei Milliarden Menschen mit offenem Feuer im Wohnraum leben. Dies sei ebenso gesundheitsschädlich wie gefährlich.

Die Reihe der evangelischen Sozialseminare geht weiter. Am Mittwoch, 9. Oktober, ist die Klimapolitik Thema einer Veranstaltung im Gemeindehaus in Lienen. Zwei Wochen später, am 23. Okotber, erläutern dann zwei Imker ihre verschiedenen Herangehensweisen im Umgang mit Bienen.

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