Jägerhof: Pläne für ein Hotel sorgen für Verblüffung
Paukenschlag im Planungsausschuss

Lienen -

Das war schon ein kleiner Paukenschlag, was sich am Montagabend in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses ereignete. Bei der Vorstellung der aktuellen Jägerhof-Sachstandes bekamen die Anwesenden ohne jegliche Vorankündigung Pläne für ein Hotel präsentiert. Dort, wo jetzt noch alte Jägerhof steht, soll also ein neuer entstehen, auch wenn der Name in der Sitzung noch kein Thema war. Als Platzhalter fungierte schlicht: „Hotel Lienen“.

Dienstag, 17.09.2019, 17:20 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 17:22 Uhr
Architekt Daniel Westen (kleines Bild, links) und Stadtplaner Gerhard Joksch stellten die Pläne für einen Hotel-Neubau genau an der Stelle vor, an der jetzt noch der Jägerhof steht.
Architekt Daniel Westen (kleines Bild, links) und Stadtplaner Gerhard Joksch stellten die Pläne für einen Hotel-Neubau genau an der Stelle vor, an der jetzt noch der Jägerhof steht.

Architekt Daniel Westen vom Büro PlanerBund aus Dorsten übernahm die Präsentation. Demnach soll das Haus 29 Betten bekommen, die unter anderem in Vierer-Appartements stehen. Während im Erdgeschoss der Empfang, die Küche und die Bewirtung der Gäste vorgesehen sind sowie eine Wohnung für den Betreiber, befinden sich die Hotelbetten allesamt im ersten Obergeschoss. Im zweiten Obergeschoss sollen zudem vier geräumige Mietwohnungen entstehen. Von den 28 Stellplätzen befinden sich 22 in der Tiefgarage. Westen betonte, dass damit mehr Stellplätze geplant seien als baurechtlich tatsächlich erforderlich sind.

Wolfgang Wieneke vom Bündnis für Ökologie und Demokratie stellte ziemlich verdutzt fest: „Das hat mit den bisherigen Planungen aber nicht mehr viel zu tun.“ In der Tat: Bislang war an dieser Stelle immer von einer Kombination aus Dienstleistung und Wohnen die Rede gewesen. „Dienstleistung hat sich aufgrund der Marktlage zerschlagen. Hotel und Schankbetrieb sind laut Bebauungsplan zulässig“, erläuterte der vom Investor eingeschaltete Stadtplaner Gerhard Joksch aus Münster.

Auch das Gebäude sieht mir seinem herausgezogenen Backstein-Kubus samt Dachterrasse deutlich anders aus als der bisherige Entwurf mit zwei Quergiebeln zu Hauptstraße hin. Eckhard Sander (CDU) zeigte sich den neuen Plänen gegenüber dennoch aufgeschlossen: „Ein Hotel für Lienen ist doch eine tolle Sache und eine Chance für den Tourismus in Lienen.“ Jörg Hawerkamp (SPD) meinte: „Wir sind alle etwas geplättet. Aber das gefällt mir genauso gut wie die erste Planung.“

Wie zu erwarten sorgte auch die Stellplatzsituation wieder für Gesprächsstoff, zuweilen auch für Kritik. Westen verwies darauf, dass das Hotel nicht permanent zu 100 Prozent ausgelastet sein werde und auch nicht jeder Gast einzeln mit dem Auto anreise. Joksch berichtete, dass die jetzt vorgestellte Planung mit dem Kreis als Genehmigungsbehörde bereits abgestimmt sei. Das Bauordnungsamt dort habe zugesichert, dass minimale Überschreitungen der Festsetzungen im Bebauungsplan kein Problem darstellten.

Nur ein Thema am Rande war die für den hinteren Bereich des Areals geplante Bebauung. „Damit habe ich nichts zu tun, das macht ein anderer Architekt“, erläutere Westen. Joksch berichtete, dass sich an den bisherigen Planungen nichts geändert habe, außer dass durch die Errichtung von sogenannten Doppelparkern mehr Stellplätze entstehen sollen als bisher vorgesehen.

 

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